Berlin, Deutschland

Skulptur „Wiedervereinigung“

 
Für eine Steinplastik, welche die Wiedervereinigung symbolisieren sollte, erhielt im April 1961 – also noch vor dem Mauerbau – die Bildhauerin Hilde Leest einen Auftrag vom West-Berliner Senat. Das Mahnmal sollte aus Mitteln des Künstler-Notprogramms finanziert werden. Die Weddinger Bezirksverordneten billigten im Juni 1961 einstimmig das Vorhaben. Die Skulptur sollte direkt an der Sektorengrenze in der Liesenstraße ihren Platz finden. Am 20. November 1962 wurde die Plastik aus Muschelkalk eingeweiht. Sie war auch vom Osten aus zu sehen. Bei der Einweihung kam es zu einem typischen Schauspiel im Kalten Krieg, das als „Lautsprecherkrieg“ oder „Lautsprecherduell“ bezeichnet wurde. Während der Einweihungsfeier drang Lautsprecherlärm von Ost-Berliner Seite herüber. 15 Minuten lang wurden die Reden der Zeremonie gestört. Darauf antwortete von westlicher Seite das „Studio am Stacheldraht“. Der Geschäftsführer des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, Wilhelm Wolfgang Schütz, rief in Richtung Ost-Berliner, dass die Mauer eine lautere Sprache spreche als jeder Lautsprecher. Das Mahnmal besteht aus zwei Menschenfiguren, die sich über einen Graben hinweg die Hände reichen. Sie knien auf einem Podest und bilden unter den sich reichenden Händen ein zwei Meter breites Tor. Die mehr als zwei Meter hohen und 2,50 Meter breiten Figuren gelten als Symbol der Zusammengehörigkeit zwischen Ost und West. Sie zeigen die Hoffnung auf Wiedervereinigung und drücken Schmerz über die Trennung Deutschlands aus.

Ereignisse

20. November 1962 - Einweihung
Einweihung der Plastik "Wiedervereinigung"

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
 
  • Kategorie: Gedenkort
  • Historisch: Ja
  • Standort: Chaussee- / Liesenstraße
  • Stadt: Berlin
  • Ortsteil: Mitte
  • Gebiet: Berlin
  • Land: Deutschland