Będzin, Polen

Sanktuarium des polnischen Golgathas des Ostens

 
Die in den 1980er Jahren nach langwierigen Auseinandersetzungen mit den staatlichen Behörden neu gebaute katholische Kirche Mariä Heimsuchung in der Będziner Neubausiedlung Syberka (vor 1990 »Siedlung der PPR [Polnischen Arbeiterpartei]«) wurde 1997 von Bischof Adam Śmigielski zum »Sanktuarium des polnischen Golgathas des Ostens« erklärt. In ihrer unteren Kapelle wurde ein Gedenkort für die Opfer der Massenerschießungen von Katyń und der Deportationen nach Sibirien während des Zweiten Weltkriegs eingerichtet. Dort befinden sich Erinnerungsstücke an die Ermordeten, vor allem an diejenigen unter ihnen, die aus dem oberschlesischen Industriegebiet stammten. Im Zentrum der Kapelle stehen ein Birkenkreuz, das mit einem Band in den polnischen Nationalfarben geschmückt ist, sowie eine Plastik der »Mutter Gottes von Katyń«. Diese hält einen Mann mit Einschussloch im Hinterkopf im Arm. An der Einweihung des Katyń-Kreuzes nahm auch der Überlebende des NKWD-Lagers Koselsk und Kaplan der »Katyń-Familie«, Zdzisław Peszkowski, teil. In dem Sanktuarium wird seit 2002 eine Glocke aufbewahrt, die in Zukunft in einer noch zu erbauenden polnischen Kapelle in Katyń hängen soll. Auf ihr sind die Jahreszahlen früherer Deportationen von Polen während der Teilungszeit (1794, 1830, 1863) sowie die Inschrift »Katyń 1940, Polnisches Golgatha des Ostens 1768–1997« eingraviert. Damit wird das Verbrechen von Katyń explizit in eine lange nationale Tradition des Martyriums eingeschrieben.

Ereignisse

1997 - Einweihung
Einweihung der Katholische Kirche Mariä Heimsuchung als »Sanktuarium des polnischen Golgathas des Ostens«

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013