Görlitz, Deutschland
Museum im Kaisertrutz
Der Kaisertrutz, in dem sich heute das Kulturhistorische Museum der Stadt Görlitz befindet, blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Die mit Kanonen bestückte Befestigungsanlage diente seit dem 15. Jahrhundert als eine von 32 Basteien dem Schutz des Reichenbacher Tores und der Handelsstraße Via Regia. Seinen Namen erhielt der Kaisertrutz im Dreißigjährigen Krieg, als die Stadt unter Kontrolle der Schweden stand, denen es gelang, sich während einer mehrwöchigen Belagerung erfolgreich gegen die kaiserlichen und sächsischen Truppen zur Wehr zu setzen. Nach Ende des Krieges verlor der Kaisertrutz seine Funktion als Verteidigungsanlage und diente in der Folgezeit als Lagerplatz.
Erst 1815 wurde der Kaisertrutz von den Preußen wieder als Verteidigungsanlage beansprucht und das Gebäude somit vor dem Abriss bewahrt. Aufgrund seiner Nähe zu Sachsen und Österreich-Ungarn wurde Görlitz zum Garnisonsstandort. Der Kaisertrutz wurde ausgebaut und neugestaltet. In die Anlage wurden die Görlitzer Hauptwache, das Zeughaus und ein Militärgefängnis integriert. Letzerem bot der Bau noch bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges Platz.
Seit 1932 wird die Bastion als stadtgeschichtliches Museum genutzt. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste das Museum jedoch geschlossen und ein Teil der Bestände ausgelagert werden. Weil der Kaisertrutz jedoch von Kriegsschäden verschont blieb, konnten ab 1946 wieder Ausstellungen gezeigt werden. In die oberste Etage des Gebäudes zog eine Gemäldegalerie mit Meisterwerken des 19. und 20. Jahrhunderts, die sogenannte Galerie der Moderne. Das Erdgeschoss des Kaisertrutzes diente seit 2000 als Raum für Sonderausstellungen. Aufgrund baulicher Mängel sowie einer fehlenden Heizungsanlage musste das Kulturhistorische Museum 2008 zunächst weichen und konnte erst nach einer grundlegenden Sanierung und Renovierung im Juli 2012 zurückkehren. Es zeigt seitdem auf zwei Etagen eine Ausstellung zur Kulturgeschichte der Stadt Görlitz und der östlichen Oberlausitz während des Zeitraums von der Frühzeit über das Mittelalter bis in die Neuzeit. Der Titel dieser Dauerausstellung lautet „Von der Steinzeit bis zum Biedermeier“. Mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur konnte eine Abteilung für Nachkriegs- und DDR-Geschichte eingerichtet werden, die am 5. Juli 2013 eröffnet wurde.
Kontakt
Kaisertrutz – Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur
Platz des 17. Juni 1
02826 Görlitz
Ereignisse
5. Juli 2013 - Eröffnung
Eröffnung der Abteilung für Nachkriegs- und DDR-Geschichte
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Museale Anlage
- Historisch: Nein
- Standort: Platz des 17. Juni 1
- Stadt: Görlitz
- Gebiet: Sachsen
- Land: Deutschland
