Recklinghausen, Deutschland
Denkmal „Berliner Mauer“
In den 1960er Jahren entstand in der Ruhrgebietsstadt das „Berliner Viertel“ – ein Siedlungsgebiet der Gesellschaft „Neue Heimat“, in dem nach Beschluss des Rates der Stadt vom 26. September 1960 Straßennamen nach den Berliner Stadtteilen Zehlendorf, Schöneberg, Charlottenburg und Lichtenberg vergeben wurden. Drei weitere Straßen wurden dort 1963 nach Tempelhof, Spandau und Treptow benannt.
Nach dem Mauerfall wurden Teile der Berliner Mauer in einem Unternehmen im nordrhein-westfälischen Recklinghausen recycelt. Dem damaligen Bürgermeister August Bönte kam dabei die Idee, einen Teil der Mauer zu erhalten und in Recklinghausen aufzustellen. Das Mauerstück wurde an der Charlottenburger Straße platziert und verwitterte im Laufe der Jahre. Im Jahr 2006 wurde es saniert und mit einem Berliner Bären verziert. Der stellvertretende Bürgermeister von Recklinghausen, Ferdinand Zerbst, regte an, das Mauerstück um eine Informationstafel zu ergänzen, um besonders auch der jungen Generation die Geschichte der Mauer erklären zu können. Ein Siedlerverein und die CDU von Recklinghausen-Hochlarmark veranstalteten dafür ein Nachbarschaftsfest, durch dessen Erlös die Informationstafel finanziert werden konnte.
Am 9. Oktober 2006 wurde die Tafel neben dem Mauerstück eingeweiht. Auf ihr sind ausführliche Informationen zur Geschichte des geteilten Berlins, zu Fluchten, Mauerbau, Grenzregime und schließlich zu Mauerfall und -abriss zu finden.
Inschriften
Inschrift der Informationstafel
(an der Charlottenburger Straße, neben dem Mauersegment)
Der Abriss der Mauer begann im Juni 1990. Bis auf wenige Fragmente, Bodendenkmäler und / Erinnerungsorte ist sie heute vom Erdboden verschwunden. Der Fall der Berliner Mauer markiert ein / weltgeschichtliches Datum: // Von da an begann die deutsche Wiedervereinigung und das Zusammenwachsen Europas. / Seit 1989/90 leben alle Deutschen in Frieden und Freiheit, / die demokratischen Staaten und Nationen in ganz Europa gehen gemeinsame Wege.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
9. Oktober 2006 - Einweihung
Einweihung der Informationstafel am Mauersegment
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Charlottenburger Straße
- Stadt: Recklinghausen
- Gebiet: Nordrhein-Westfalen
- Land: Deutschland
