Schönwalde-Glien, Deutschland
Mauerdenkmal an der „Steinernen Brücke“
Am 13. August 2007 wurde ein Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der deutschen Teilung an der Steinernen Brücke zwischen Spandau und Schönewalde-Glien eingeweiht. Das Denkmal besteht aus zwei Originalsegmente der Berliner Mauer, die so installiert wurden, dass sie zu kippen scheinen und damit die Grenzöffnung symbolisieren. Am 13. August 2008 wurden zudem zwei Informationstafeln angebracht. Sie dokumentieren in Bild und Text die historischen Ereignisse vor Ort.
Zusätzlich befinden sich dort Gedenkstelen für Dietmar Schwietzer (Schönwalder Allee, nahe der Brücke) und Ulrich Steinhauer (nahe Eiskeller), die beide erschossen wurden, als sie versuchten, die Grenze zu überwinden. Der Magdeburger Dietmar Schwietzer sollte auf Grund seiner nachrichtentechnischen Kenntnisse im April 1977 ins Wachregiment des MfS „Felix Dzierzynski“ einrücken. Am 15. Februar 1977 machte er sich nach Erhalt seines Facharbeiterbriefs mit all seinen Unterlagen und gespartem Geld auf den Weg nach Hennigsdorf. Er stellte sein Motorrad ab, observierte den Grenzbereich und begann in den frühen Morgenstunden des 16. Februar 1977 die Grenzsicherungen zu überqueren. Als er auf die Sperrmauer zu rannte, wurde er von zwei Wachtürmen aus unter Beschuss genommen und starb.
Ulrich Steinhauer war Grenzsoldat und am 4. November 1980 als Postenführer eingeteilt. Er ahnte nicht, dass sein wachhabender Kollege an diesem Tag flüchten wollte. Dieser machte unbemerkt das akustische Grenzmeldenetz untauglich und lud seine Pistole durch. Der flüchtende Grenzposten schoss auf Steinhauer und traf ihn mit einer Kugel von hinten tödlich in den Rücken. Der Flüchtende überwand die Mauer und stellte sich in West-Berlin der Polizei. Eine Auslieferung an die DDR erfolgte nicht, stattdessen wurde er in der Bundesrepublik Deutschland vor Gericht gestellt. Der Tod von Ulrich Steinhauer wurde in der DDR politisch instrumentalisiert – Straßen und öffentliche Einrichtungen wurden nach ihm benannt und immer wieder wurden Kränze an seinem Grab niedergelegt.
Die Errichtung der Erinnerungsstelen anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus war ein Projekt der Stiftung Berliner Mauer und wurde durch das Land Brandenburg und Berlin finanziert.
Inschriften
Inschrift am Mauerdenkmal
(an der Steinernen Brücke)
Den Opfern / 1961 - 1989
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
13. August 2008 - Einweihung
Einweihung von zwei Informationstafeln
13. August 2007 - Einweihung
Einweihung des Mauerdenkmal an der „Steinernen Brücke“
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Steinerne Brücke zwischen Spandau und Schönewalde-Glien
- Stadt: Schönwalde-Glien
- Gebiet: Brandenburg
- Land: Deutschland




