Putgarten, Deutschland

Marinebunkeranlage Kap Arkona

 
Kap Arkona im Norden der Insel Rügen war durch seine exponierte Lage für das Militär von strategischer Bedeutung. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde ein Leuchtturm nach den Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel errichtet; 1902 erbaute man einen zweiten. 1928 wurde ein Marine-Peilturm errichtet, der auch als Seefunkfeuer diente. In der Nähe befinden sich zwei unterirdische Bunkeranlagen. Der ältere und kleinere „Arkona-Bunker“ stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. In der DDR wurde er als Dienststelle der 6. Grenzbrigade Küste genutzt. In den Jahren 1979 und 1986 errichtete man eine zweite, größere Bunkeranlage, die heute als „NVA-Bunker“ bezeichnet wird. Die Anlage diente der 6. Flottille der DDR-Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte des Warschauer Vertrages als Gefechtsstand. Die Standardbelegschaft zählte vier Mann. Mehrmals im Jahr taten hier jedoch bei Flottenmanövern 50 bis 70 Soldaten ihren Dienst an. Der NVA-Bunker besitzt zwei Zugänge und hat eine Gesamtfläche von 2 000 Quadratmeter. Er besteht aus drei großen und neun kleineren Einzelbunkern, die durch einen Hauptmittelgang miteinander verbunden sind. Die Bunker besitzen jeweils ein oder zwei Luftschleusen. In den großen Einzelbunkern waren Zwischenetagen mit Schlafplätzen für die Soldaten eingezogen. Über dem Innenraum des Bunkers befindet sich eine mehrere Meter hohe Erdaufschüttung mit zahlreichen Lüftungsrohren. Am 3. Oktober 1990, zum Tag der Deutschen Einheit, wurden die Anlagen stillgelegt. Heute wird im Arkona-Bunker zeitgenössische Kunst ausgestellt. Der ehemalige NVA-Bunker beherbergt ein Museum, das die Geschichte der Grenzsicherung darstellt. Der Förderverein Kap Arkona e. V. betreut die Ausstellungen und engagiert sich gemeinsam mit der Gemeinde Putgarten für den Erhalt des früheren Militärgebietes als „Flächendenkmal Arkona“.

Kontakt

Förderverein Kap Arkona e.V.
Marinesignalhaus 5
18556 Putgarten

Literatur

  • Stefan, Best, Geheime Bunkeranlagen der DDr, Stuttgart 2009

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
 
  • Kategorie: Museale Anlage
  • Historisch: Ja
  • Standort: Kap Arkona
  • Stadt: Putgarten
  • Gebiet: Mecklenburg-Vorpommern
  • Land: Deutschland