Nordhausen, Deutschland

Mahnstein gegen die Teilung Deutschlands

 
Die Beziehungen zwischen den Städten Bad Sachsa und Nordhausen im Harz waren seit jeher eng, gehörten sie doch gleichermaßen zur Grafschaft Hohenstein in Thüringen. Nordhausen bot zahlreiche Arbeitsplätze und war als Eisenbahnknotenpunkt Tor zum übrigen Deutschland. Mit der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen in Folge des Zweiten Weltkrieges wurde Bad Sachsa Teil der sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Am 12. Juli 1945 wurden Bad Sachsa und Tettenborn jedoch gegen den östlichen Teil des Kreises Blankenburg im Harz in die britische Besatzungszone eingegliedert. Dadurch wurden die traditionellen Verbindungen zwischen Nordhausen und Bad Sachsa gekappt. Die Vereinigung der Nordhäuser Heimatfreunde beging dennoch ihre jährlichen Bundestreffen in Bad Sachsa. Anlässlich des dritten Heimattreffens der Nordhäuser und Südharzer wurde auf Anregung der Nordhäuser Heimatfreunde der „Nordhäuser Mahnstein“ errichtet. Der Stein sollte Mahnung sein und für den Willen zur Wiedervereinigung stehen. In der Urkunde zur Einweihung wurde zudem das Ziel betont, eines Tages den Stein wieder in ein freies und wiedervereinigtes Deutschland nach Nordhausenzu bringen. Zunächst stand der Gedenkstein unterhalb des Kirchberges an der Schulstraße in Bad Sachsa. Im Sommer 1970 wurde er in den Kurpark verlegt. Eine zusätzliche Gussplatte auf dem Stein sollte an Heinz Sting erinnern, den langjährigen Vorsitzenden des Vereins der Nordhäuser Heimatfreunde, was jedoch aufgrund seiner NS-Vergangenheit umstritten war. Der Verein wurde Anfang der 1990er Jahre aufgefordert, die Gussplatte zu entfernen. Unbekannte entfernten schließlich die Platte und versenkten sie im Teich des Kurparks. Der Stein wurde schließlich im Jahr 1993 nach Nordhausen gebracht und dort im Park des Meyenburg-Museums aufgestellt. Neben der alten Inschrift wurde eine neue Tafel angebracht.

Inschriften

Inschrift auf der Rückseite des Mahnmals
(an der Alexander-Puschkin-Straße)
Im 10. Jahre der deutschen Spaltung / errichtet beim Nordhäuser Heimattreffen / 4.9.1955 / in Bad Sachsa
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift auf der Vorderseite des Steins
(an der Alexander-Puschkin-Straße)
Das ganze Deutschland / soll es sein!
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift auf der 1993 angebrachten Tafel
(an der Alexander-Puschkin-Straße)
Gedenkstein / der Nordhäuser und Südharzer / errichtet 1955 in Bad Sachsa / als Mahnung gegen / die Teilung Deutschlands / 1945 – 1989 / Die Heimat gefunden 1993 in Nordhausen
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

1993 - Wiedereröffnung
Neueinweihung des Mahnsteins nach seiner Umsetzung nach Nordhausen
4. September 1955 - Einweihung
Einweihung des Mahnstein gegen die Teilung Deutschlands in Bad Sachsa

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016