Limburg an der Lahn, Deutschland

Mahnmal „Berlin“

 
Am 27. November 1958 hatte die Sowjetunion in einer Note an die Westmächte gefordert, West-Berlin in eine selbständige politische Einheit umzuwandeln und die alliierte Besatzung abzuziehen. Sollten diese Forderungen nicht erfüllen werden, kündigte die Sowjetunion an, sämtliche alliierte Rechte an der Stadt Berlin – darunter auch die Kontrolle der Verkehrswege zur Stadt – der DDR als souveränen Staat zu übertragen. Als „Chruschtschow-Ultimatum“ ging diese Note in die Geschichte ein. In dieser Situation wandte sich die Gruppe der Jungsozialisten in Limburg an der Lahn an die Stadt und gab bekannt, aufgrund der weltpolitischen Auseinandersetzungen ein Mahnmal für die Stadt Berlin und deren Bevölkerung errichten zu wollen. Am 22. Juni 1959 fasste die Stadtverordnetenversammlung von Limburg einen entsprechenden Beschluss. Die Errichtung des Mahnmals betrieben dann aber nicht die Jungsozialisten als ursprüngliche Initiatoren, sondern ein Aktionsausschuss „Mahnmal Berlin“ des Kuratoriums Unteilbares Deutschland. Anlässlich damaligen Tages der Deutschen Einheit am 17. Juni 1960 wurde das mit dem Wort „Berlin“, dem Berliner Bären und einer Flammschale versehene Mahnmal eingeweiht. Das „Chruschtschow-Ultimatum“ – das seinerzeit Auslöser für die Denkmal-Initiative war – stand nicht mehr im Vordergrund der Einweihungsfeierlichkeiten. Vielmehr wurde an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnert und die Mahnung an die Westmächte und alle Deutschen ausgesprochen, für eine Wiedervereinigung einzutreten.

Inschriften

Inschrift des Mahnmals
(an der Lahnbrücke)
Berlin
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

17. Juni 1960 - Einweihung
Übergabe des Mahnmals an die Öffentlichkeit

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016

Weitere Informationen

  • Informationen der Stadt Limburg an der Lahn