Überregional, Deutschland
Lebensstreifen
Der „Lebensstreifen“ ist eine etwa 10 000 Quadratkilometer umfassende Region an der früheren innerdeutschen Grenze, die als Kernstück das „Grüne Band“ enthält. Das Projekt „Lebensstreifen“ wurde auf Initiative von Klaus Buchin und Peter Szyszka gegründet und soll ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur ins Bewusstsein rufen, naturbelassene Flächen schützen, die Reinhaltung der Gewässer gewähren und einen umweltschonenden Tourismus sichern. Es stellt zudem ein ökologisches Denkmal der jüngeren deutschen Geschichte und ein Mahnmal gegen das Vergessen dar. Bereits der Grenzdurchbruch am 19. August 1989 an der ungarisch-österreichischen Grenze bei Sopron, bei dem Hunderte DDR-Bürger nach Österreich flüchteten, brachte Klaus Buchin auf den Gedanken, aus dem „Todesstreifen“ einen durchgängigen Nationalpark entstehen zu lassen – den „Lebensstreifen“. Seit „Öffnung“ der Grenze fährt Buchin mit Verwandten und Freunden jedes Jahr die ehemalige Grenzregion mit dem Fahrrad ab und dokumentiert die Strecke. Wesentliches Element des „Lebensstreifens“ ist ein Radwanderweg, der durch zwei Nationalparks, drei Biosphärenreservate, fünf Naturparke und hunderte Naturschutzgebiete führt. Mit dem Weg wird die frühere innerdeutsche Grenze erfahrbar. Zudem stärken zahlreiche Denkmale der deutschen Teilung das Bewusstsein für diese Geschichte. Im Jahre 2001 wurde dem Projekt der Naturschutzpreis „Goldene Natur“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt verliehen.
Literatur
- Buchin, Klaus: RadWandern am Grünen Band, Teil 1 und Teil 2, Kiel 1999 und 2002
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort:
- Stadt: Überregional
- Gebiet: Überregional
- Land: Deutschland
