Berlin, Deutschland
Kunstobjekt „Übergang zur Untergrundbahn“
Zu den Besonderheiten des Lebens im geteilten Berlin gehörten die sogenannten Geisterbahnhöfe. Das weitverzweigte großstädtische Verkehrsnetz aus Untergrund- und Stadtbahnen mit unterirdischem Verlauf wurde durch den Mauerbau teilweise unterbrochen, aber nie konsequent geteilt.
Die verkehrstechnische Verbindung der West-Berliner Stadtteile wurde auch durch Linien gewährleistet, die das Ost-Berliner Stadtzentrum ohne Halt unterquerten. Diese Züge fuhren durch stillgelegte, gespenstisch wirkende Stationen. Nach der Maueröffnung am 9. November 1989 wurden diese Haltestellen, die seit dem Mauerbau 1961 unzugänglich waren und somit im Zustand von 1961 wie in einer Zeitkapsel erhalten geblieben sind, wiedereröffnet und renoviert.
Eine künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Phänomen gibt es auf der Fahrt mit der U-Bahnlinie U8 zwischen den U-Bahnstation Heinrich-Heine-Straße, einem jener Geisterbahnhöfe, und Moritzplatz zu entdecken. In Höhe der Zugfenster tauchen erst ein weißer Strich, dann 66 Schilder mit Wörtern auf, die alle die Präposition „über“ enthalten. Die Künstlerin Susanne Ahner wollte damit „Gedanken-Bilder“ zur Teilung der Stadt und Überwindung der Mauer anregen sowie Bezüge zur Gegenwart herstellen. Ihre Arbeit entstand 1999 im Rahmen des von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geförderten Projekts „Übergänge“, das die Aufarbeitung der Geschichte der vormals sieben innerstädtischen Grenzübergänge zum Ziel hatte.
Ereignisse
2009 - Einweihung
Enthüllung des Kunstobjekts „Übergang zur Untergrundbahn“
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Tunnel der U8 zwischen Heinrich-Heine-Straße und Moritzplatz
- Stadt: Berlin
- Ortsteil: Friedrichshain-Kreuzberg
- Gebiet: Berlin
- Land: Deutschland
