Poznań, Polen

Kreuz und Altar für die Opfer von Katyń

 
Als erster Katyń-Gedenkort in Poznań (deutsch: Posen) wurde am 28. Oktober 1989 auf dem größten Friedhof Posens im südwestlichen Stadtteil Junikowo ein Holzkreuz zum Gedenken an die Opfer von Katyń errichtet. Wie eine kleine Tafel informiert, handelt es sich um eine getreue Kopie jenes Kreuzes, das vom Primas Polens, Kardinal Józef Glemp, gestiftet und im August 1988 von einer polnischen Delegation auf dem Gelände der Massengräber in Katyń aufgestellt worden war. Das Kreuz auf dem Posener Friedhof geht auf die damals beim Posener »Klub der katholischen Intelligenz« gebildeten »Katyń-Familie« zurück. Im folgenden Jahr wurde der Gedenkort durch einen vom »Großpolnischen Verband der Solidarität der polnischen Kombattanten« initiierten steinernen Altar deutlich erweitert. Dieser wurde von Zbigniew Dłużniewski entworfen und besteht aus einer Steinplatte mit der Aufschrift »Katyń 1940«, die auf drei steinernen Füßen ruht. Jeder dieser drei Steinblöcke symbolisiert eines der drei Lager, in denen der sowjetische NKWD die polnischen Kriegsgefangenen vor ihrer Ermordung festgehalten hatte. Auf dem flachen steinernen Sockel, auf dem der Altar steht, befinden sich außerdem noch drei fest installierte Lebenslichter. Der Altar wurde am 29. April 1990 durch Bischof Stanisław Napierała mit einer heiligen Messe geweiht.

Inschriften

Gedenktafel des Holzkreuzes
(auf der Tafel am Kreuz)
Tęn Świety Krzyż jest wierną / Kopią Krzyża ustawionego przez / Episkopat Polski na symbolicznej / mogile w Lesię Katyńskim. / Niechaj i w tym miejscu ten znak / męki i zbawienia wraca wiecznej / pamięci 14.500 polskich oficerów / zdradziecko pojmanych i podstępnie / straconych w ZSRR w pierwszych / miesiącach roku 1940.
Deutsche Übersetzung:
Dieses heilige Kreuz ist eine originalgetreue Kopie des Kreuzes, das vom polnischen Episkopat auf dem symbolischen Grab im Wald von Katyń errichtet wurde. Auf dass dieses Zeichen von Leid und Erlösung auch an diesem Ort das ewige Gedenken wiederbringe an die 14 500 polnischen Offiziere, die in der UdSSR in den ersten Monaten des Jahres 1940 heimtückisch hingerichtet wurden.
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Gedenktafel auf dem Altar
(auf der Tafel auf dem Altar)
Katyń 1940 / Starobielsk / Kozielsk / Ostaszkow / Boże spraw aby ta ofiara zmieniła oblicze ziemie.
Deutsche Übersetzung:
Katyń 1940, Starobilsk, Koselsk, Ostaschkow. Gott hilf, dass dieses Opfer das Antlitz der Erde verändere.
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

29. April 1990 - Einweihung
Einweihung des Altars
28. Oktober 1989 - Einweihung
Einweihung des ersten Katyń-Gedenkortes in Polen

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013