Bad Harzburg, Deutschland

Kreuz des deutschen Ostens

 
Bereits im Jahr 1950 wurde auf einer felsigen Anhöhe südöstlich von Bad Harzburg, den Uhlenklippen, eine Denkmalanlage errichten, die den Willen zur Wiedervereinigung Deutschlands unterstreichen sollte. Zudem sollte sie als Mahnung und Erinnerung an die Leiden der nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschen dienen. Sie bestand aus zwölf zu einem „Kreuz des deutschen Ostens“ zusammengefügten Lärchenstämmen und einem massiven Monument mit einer Gesamthöhe von 26 Metern. Im Querbalken des Kreuzes waren die Jahreszahlen 1945 und 1950 eingeschnitzt, eine Leerstelle sollte das Jahr der Wiedervereinigung markieren. Das vom Vorsitzenden des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen, dem Ratsherrn und Kreistagsabgeordneten Franz Kettmann, initiierte Kreuz erhob allerdings auch Ansprüche auf die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze. Bei der Einweihungsfeier am 24. und 25. Juni 1950 wurde eine Urne mit ostdeutscher Erde in den Sockel des Denkmals eingelassen. Etwa 20 000 Menschen waren bei der Zeremonie anwesend. Die am Sockel angebrachten Wappen aus Holz erinnerten an die deutschen Ostgebiete. 1962 wurden zehn Wappensteine aus Granit um das Kreuz herum gruppiert. Sie standen sowohl an die früheren deutschen Ostgebiete als auch für die Länder auf dem Gebiet der DDR. Bis 1964 wurde das Kreuz bei Nacht beleuchtet und war damit auch in der Ferne sichtbar. Ab 1974 wurde auf den 555 Meter hohen Uhlenklippen mit einer Veranstaltung alljährlich am damaligen Tag der Deutschen Einheit, dem 17. Juni, an den Volksaufstand in der DDR und an den Wiedervereinigungswillen erinnert. In den 1980er Jahren war das Kreuz mehrfach Ziel von Anschlägen. So wurde am 16. Juni 1985 versucht, das Kreuz anzuzünden. 1998 zerstörte ein Sturm das Kreuz. Am 13. September 2000 wurde ein neues Kreuz aus Edelstahl und Douglasienholz eingeweiht. Es trägt die Jahreszahlen 1950 und 2000 als Inschrift. Daneben befindet sich eine Tafel mit einer Inschrift.

Inschriften

Inschrift des Kreuzes
(an den Uhlenklippen)
1950 - 2000
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Tafel neben dem Kreuz
(an den Uhlenklippen)
Kreuz des deutschen Ostens / Stätte des Gedenkens an Vertreibung und Heimatverlust / Stätte der Ablehnung jeder Gewaltherrschaft / Kreuz der Verständigung, der Versöhnung und des Friedens / Eingeweiht am 24. Juni 1950 / Vom Sturm zerstört am 4. März 1998 / Wiedererrichtet und eingeweiht am 30. September 2000
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

13. September 2000 - Einweihung
Einweihung des Kreuzes aus Edelstahl und Douglasienholz

Literatur

  • Ullrich, Maren: Geteilte Ansichten. Erinnerungslandschaft deutsch-deutsche Grenze, Berlin 2006
  • Kuhne, Hans: Das Kreuz auf den Uhlenklippen bei Bad Harzburg, in: Uhlenklippen-Spiegel, Heft 47, September 1998, S. 46–50

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
 
  • Kategorie: Gedenkort
  • Historisch: Nein
  • Standort: Uhlenklippen
  • Stadt: Bad Harzburg
  • Gebiet: Niedersachsen
  • Land: Deutschland