Warschau, Polen
Kapelle der Mutter Gottes von Katyń
In der Vorhalle der Heilig-Kreuz-Kirche, in der Innenstadt von Warschau, wurde rechts vom Eingang eine Kapelle der Mutter Gottes von Katyń eingerichtet, die dem Gedenken an die Opfer des sowjetischen Massenmordes gewidmet ist. Sie wurde am 13. April 1994 vom Primas Polens, Kardinal Józef Glemp, eingeweiht. In ihrem Zentrum steht eine als Relief gearbeitete Replik des als »Mutter Gottes von Katyń« bekanntgewordenen Marienbildes, die das Gesicht Marias leichenblass wiedergibt und damit an die Bilder der Exhumierung der Opfer von Katyń im Jahr 1943 erinnert. Unter der Ikone befindet sich eine runde Stele mit der Aufschrift »KATYŃ 1940« und dem Wappen der Polnischen Armee, auf der eine Urne mit Erde aus den Massengräbern steht. An der Wand hängt außerdem eine Kette mit verschiedenen Behältern und Kreuzen. Die Kapelle wird durch ein stilisiertes Geländer in Gestalt von Stacheldraht vom Vorraum abgetrennt.
An den beiden Seitenwänden der Kapelle hängen neun Gedenktafeln, die dem Gedenken an einzelne Opfergruppen der sowjetischen Mordaktion gewidmet sind. Im Vorraum der Kapelle wurden weitere Gedenktafeln aufgehängt, die damit in Verbindung stehen. Darunter befindet sich eine Tafel für die polnischen Polizisten, die während des Zweiten Weltkriegs umgekommen sind, sowie eine im Jahr 2005 enthüllte Tafel des Katyń-Komitees, die besonders auf die sowjetische Verantwortung für das Verbrechen eingeht.
Inschriften
Inschrift der Tafel des Katyń-Komitees
(in der Vorhalle)
Pamięci / 21 857 jeńców polskich, / ofiar ludobójczej decyzji / najwyższych władz radzieckich, / podjętej na wniosek Berii 5 marca 1940 roku / na Kremlu w Moskwie / przez Stalina, Kaganowicza, Mołotowa, / Woroszyłowa, Mikojana i Kalinina. / Pamięci / milionów deportowanych i zamęczonych / przez Armię Czerwoną i NKWD na Sybirii, / wielkim cmentarzu narodów / Polaków, Litwinów, Łotyszy, / Finów i Estończyków / ofiar paktu Ribbentrop-Mołotow. / Pamięci / 55 procent kadry oficerskiej RP / zgładzonej w Katyniu, Charkowie, Miednoje, / Bykowni i Kuropatach / ofiar zbrodni cynicznie przemilczanej / przez świat, zbrodni nie ukaranej, / ludobójstwa, którego osądzenia / Moskwa nadal uparcie odmawia. / Komitet Katyński / Warszawa 2005 r.
Deutsche Übersetzung:
Zum Gedenken an 21 857 polnische Kriegsgefangene, die der völkermörderischen Entscheidung der obersten sowjetischen Führung zum Opfer fielen, die auf Antrag Berijas am 5. März 1940 im Moskauer Kreml durch Stalin, Kaganowitsch, Molotow, Woroschilow, Mikojan und Kalinin getroffen wurde. Zum Gedenken an Millionen durch die Rote Armee und den NKWD nach Sibirien, den großen Friedhof der Völker der Polen, Litauer, Letten, Finnen und Esten, Deportierte und zu Tode Gequälte, den Opfern des Ribbentrop-Molotow-Paktes. Zum Gedenken an 55 Prozent des Offizierskorps Polens, die in Katyń, Charkiw, Mednoje, Bykiwnja und Kuropaty umgebracht wurden, den Opfern eines durch die Welt zynisch verschwiegenen Verbrechens, eines Verbrechens ohne Strafe, eines Völkermords, dessen Verurteilung Moskau weiterhin hartnäckig ablehnt. Das Katyń-Komitee, Warschau 2005
Zum Gedenken an 21 857 polnische Kriegsgefangene, die der völkermörderischen Entscheidung der obersten sowjetischen Führung zum Opfer fielen, die auf Antrag Berijas am 5. März 1940 im Moskauer Kreml durch Stalin, Kaganowitsch, Molotow, Woroschilow, Mikojan und Kalinin getroffen wurde. Zum Gedenken an Millionen durch die Rote Armee und den NKWD nach Sibirien, den großen Friedhof der Völker der Polen, Litauer, Letten, Finnen und Esten, Deportierte und zu Tode Gequälte, den Opfern des Ribbentrop-Molotow-Paktes. Zum Gedenken an 55 Prozent des Offizierskorps Polens, die in Katyń, Charkiw, Mednoje, Bykiwnja und Kuropaty umgebracht wurden, den Opfern eines durch die Welt zynisch verschwiegenen Verbrechens, eines Verbrechens ohne Strafe, eines Völkermords, dessen Verurteilung Moskau weiterhin hartnäckig ablehnt. Das Katyń-Komitee, Warschau 2005
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Tafel für die gefallenen Polizisten
(in der Vorhalle)
Policjantom / poległym w walce o wolność / i niepodległość Ojczyzny / na frontach
II wojny światowej / zamordowanym w więzieniach / obozach koncentracyjnych / łagrach i miejscach zesłania / 1939–1956
Deutsche Übersetzung:
Den Polizisten, die im Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit ihres Vaterlandes an den Fronten des Zweiten Weltkriegs gefallen sind, die in den Gefängnissen, Konzentrationslagern, Lagern und Verbannungsorten 1939–1956 ermordet wurden
Den Polizisten, die im Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit ihres Vaterlandes an den Fronten des Zweiten Weltkriegs gefallen sind, die in den Gefängnissen, Konzentrationslagern, Lagern und Verbannungsorten 1939–1956 ermordet wurden
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der neun Tafeln
(an den Seitenwänden der Kapelle)
Żołnierzom Korpusu / Ochrony Pogranicza / zamordowanym / przez NKWD /
w 1940 roku;
Funkcjonariuszom / Straży Granicznej / zamordowanym / przez NKWD /
w 1940 roku;
Oficerom / Wojska Polskiego / jeńcom Kozielska / Las Katyński / 1940;
Policji Państwowej / Ostaszków / Twer Miednoje / 1940;
Oficerom / Wojska Polskiego / jeńcom Starobielska / Charków / 1940; Prawnikom / jeńcom Kozielska / zamordowanym / w Katyniu / 1940;
Funkcjonariuszom / Straży Więziennej / poległym i zamordowanym / na Wschodzie / 1939–1940;
Rodakom z Wileńszczyzny / zamordowanym / przez NKWD w Berezweczu / na drodze śmierci k / Ułły / 17 IX 1939 – 27 VI 1941 / Rodziny i przyjaciele;
Pamięci / 120 lekarzy weterynarii / ofiar Zbrodni Katyńskiej / 1940 / Krajowa Izba Lekarsko-Weterynaryjna
Deutsche Übersetzung:
Den Soldaten des Grenzschutzkorps, die 1940 vom NKWD ermordet wurden; Den Beamten des Grenzschutzes, die 1940 vom NKWD ermordet wurden; Den Offizieren der Polnischen Armee, Kriegsgefangene in Koselsk, Wald von Katyń 1940; Der Staatlichen Polizei, Ostaschkow, Twer, Mednoje 1940; Den Offizieren der Polnischen Armee, Kriegsgefangene in Starobilsk, Charkiw 1940; Den Juristen, die als Kriegsgefangene aus Koselsk 1940 in Katyń ermordet wurden; Den Beamten des Justizdienstes, die 1939– 1940 im Osten gefallen sind oder ermordet wurden; Den Landsleuten aus dem Wilna-Gebiet, die vom NKWD in Bereswetsch und auf dem Todesmarsch nahe Ula ermordet wurden, 17. 9. 1939 – 27.6.1941. Die Angehörigen und Freunde; Zum Gedenken an 120 Tierärzte, die Opfer des Verbrechens von Katyń 1940 geworden sind. Die Landestierärztekammer
Den Soldaten des Grenzschutzkorps, die 1940 vom NKWD ermordet wurden; Den Beamten des Grenzschutzes, die 1940 vom NKWD ermordet wurden; Den Offizieren der Polnischen Armee, Kriegsgefangene in Koselsk, Wald von Katyń 1940; Der Staatlichen Polizei, Ostaschkow, Twer, Mednoje 1940; Den Offizieren der Polnischen Armee, Kriegsgefangene in Starobilsk, Charkiw 1940; Den Juristen, die als Kriegsgefangene aus Koselsk 1940 in Katyń ermordet wurden; Den Beamten des Justizdienstes, die 1939– 1940 im Osten gefallen sind oder ermordet wurden; Den Landsleuten aus dem Wilna-Gebiet, die vom NKWD in Bereswetsch und auf dem Todesmarsch nahe Ula ermordet wurden, 17. 9. 1939 – 27.6.1941. Die Angehörigen und Freunde; Zum Gedenken an 120 Tierärzte, die Opfer des Verbrechens von Katyń 1940 geworden sind. Die Landestierärztekammer
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
13. April 1994 - Einweihung
Einweihung der Kapelle der Mutter Gottes von Katyń
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Heilig-Kreuz-Kirche, Krakowskie Przedmieście 3
- Stadt: Warschau
- Gebiet: Woiwodschaft Masowien
- Land: Polen
