Erfurt, Deutschland
Jürgen-Fuchs-Straße
Der aus dem sächsischen Reichenbach stammende Jürgen Fuchs (1950–1999) war Sozialpsychologe, Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler. Wegen seiner kritischen Schriften und Kontakten zu DDR-Oppositionellen wurde er kurz vor Abschluss seines Studiums 1975 exmatrikuliert. Im Jahr 1976 – Jürgen Fuchs lebte mittlerweile mit seiner Familie in Berlin – wurde er festgenommen, in die Untersuchungshaftanstalt des MfS Berlin-Hohenschönhausen verbracht und schließlich 1977, nach neun Monaten Haft, ausgebürgert. Der Grund dafür war seine Teilnahme an Protestaktionen gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns.
Am 20. Dezember 2002 wurde am Erfurter Landtag eine Straße nach dem 1999 an Lungenkrebs verstorbenen Schriftsteller benannt. Am 11. November 2011 wurden die dortigen Straßenschilder durch Informationstafeln ergänzt. Diese gehen auf eine Initiative der Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Mann-Gymnasiums in Erfurt zurück. Sie hatten sich im Rahmen des Projekts „Straßennamen – Nachgeforscht“ der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem Lebenswerk des DDR-Dissidenten beschäftigt. Zudem informiert eine Stele im Foyer des Landtags über das Leben und Wirken von Jürgen Fuchs. Die Zusatzschilder unter den Straßenamen tragen eine Inschrift.
Inschriften
Inschrift des Straßenbegleitschilds
(an der Jürgen-Fuchs-Straße)
Jürgen Fuchs (1950-1999) // Schriftsteller, DDR-Bürgerrechtler / 1976–1977 MfS-Haft, 1977 Ausbürgerung
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
11. November 2011 - Einweihung
Einweihung der Informationstafel am Straßenschild
20. Dezember 2002 - Einweihung
Einweihung der Jürgen-Fuchs-Straße
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Jürgen-Fuchs-Straße
- Stadt: Erfurt
- Gebiet: Thüringen
- Land: Deutschland
