Berlin, Deutschland
Informationstafeln zum früheren Sperrgebiet Hohenschönhausen
Das Industriegebiet östlich der heutigen Konrad-Wolf-Straße (früher: Berliner Straße) wurde im Sommer 1945 durch die sowjetische Besatzungsmacht beschlagnahmt und zum Sperrgebiet erklärt. Auf dem Gelände wurde ein Speziallager, ein Haftarbeitslager und die Verwaltungsabteilung der Speziallager eingerichtet. 1947 wurde das Sperrgebiet wegen der Errichtung einer zentralen Untersuchungshaftanstalt erneut vergrößert.
Nach Gründung der DDR zog sich die sowjetische Besatzungsmacht allmählich aus dem Sperrgebiet zurück. Ab März 1951 wurde das Gelände vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) genutzt. Neben der zentralen Untersuchungshaftanstalt siedelten sich hier die Abteilungen Personenschutz, Auskunft, Erfassung und Statistik sowie die Zentrale Personendatenbank (ZPDB) an. In den 1950er und 1960er Jahren wurde das Sperrgebiet erneut ausgeweitet, u. a. wurde das zentrale Untersuchungsgefängnis durch einen Neubau ergänzt. Zudem bauten Häftlinge Wohngebäude für das MfS. In den 1970er Jahren kamen mit der Abteilung Nachrichten und dem Operativ-Technischen Sektor weitere Einheiten der Staatssicherheit hinzu. Auch die Abteilung Ermittlung des MfS nahm immer mehr Gebäude in Anspruch. In den Stadtplänen Berlins war das Gebiet nur als Leerfläche eingezeichnet.
Nach dem Mauerfall im Herbst 1989 übernahmen zivile Institutionen die Objekte im früheren Sperrgebiet. Mitte März 1990 wurden die Sperranlagen abgerissen. Die Gebäude der ehemaligen Haftanstalt wurden 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Seit 1994 widmet sich die Gedenkstätte Hohenschönhausen der Erforschung der Geschichte des Sperrgebiets.
Auf Grundlage der Forschungsergebnisse wurden vier Informationstafeln erarbeitet, die über die Geschichte des Ortes Auskunft geben. Am 21. Juli 2006 wurden die Informationstafeln eingeweiht. Sie markieren die Zufahrten zum Sperrgebiet, das frühere Arbeitslager X und den Gebäudekomplex des Operativ-Technischen Sektors, in dem Abhöreinrichtungen entwickelt wurden. Die Tafeln wurden zum großen Teil von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert.
Verwandte Gedenkorte
Ereignisse
21. Juli 2006 - Einweihung
Einweihung der Informationstafeln
Literatur
- Erler, Peter/Knabe, Hubertus: Der verbotene Stadtteil. Stasi-Sperrbezirk Berlin-Hohenschönhausen, 2. Aufl., Berlin 2005
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Freienwalder Straße 12/19; Genslerstraße 63/69–72
- Stadt: Berlin
- Ortsteil: Lichtenberg
- Gebiet: Berlin
- Land: Deutschland

