Berlin, Deutschland
Informationstafeln an den ehemaligen MfS-Kreisdienststellen Köpenick und Treptow
Genau 40 Jahre nach seiner Gründung wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) am 8. Februar 1990 auf Druck der Friedlichen Revolution aufgelöst. Das staatliche Komitee zur Auflösung des AfNS/MfS ermittelte bis zum Juni 1990 ungefähr 9 000 Objekte, die von der Staatssicherheit in der gesamten DDR genutzt worden waren, darunter 216 MfS-Kreisdienststellen mit etwa 11 000 hauptamtlichen Mitarbeitern. Diese Dienststellen hatten die Aufgabe, die „operative“ Arbeit im jeweiligen Kreis bzw. Bezirk zu organisieren, mithin das jeweilige Gebiet zu sichern, zu kontrollieren, auszuspähen und zu überwachen.
In der Kreisdienststelle Köpenick stieg die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter mit der Zeit sich von 30 (1962) und zuletzt 68 (1989) an. Zur lückenlosen Überwachung des gesellschaftlichen Lebens wurden allerdings noch weitere Mitarbeiter gebraucht: die sogenannten Inoffiziellen Mitarbeiter (IM). Sie sammelten Informationen über kritisch eingestellte Jugendliche, die Kirchenarbeit und über Ausreisewillige. Auf Grundlage ihrer Berichte ergriff das MfS dann entsprechende Maßnahmen. In Köpenick gab es insgesamt 145 konspirative Wohnungen, Sport- und Erholungsanlagen sowie andere Objekte. Dazu kam noch ein Gebäude des DDR-Auslandsgeheimdienstes Hauptverwaltung Aufklärung. Die geräumte MfS-Kreisdienststelle in Köpenick wurde am 12. Dezember 1989 an den Rat des Stadtbezirkes Köpenick übergeben. Zuvor hatte das MfS belastende Materialien vernichtet. In der Kreisdienststelle Treptow waren in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre insgesamt 54 hauptamtliche Mitarbeiter tätig, etwa 200 IM unterstützten die Dienststelle bei der Bespitzelung der Bevölkerung.
Das Ausmaß der Aktivitäten des MfS in Treptow-Köpenick wurde 1998 durch eine Sonderausstellung des Heimatmuseums Köpenick öffentlich gemacht. Anlässlich des 15. Jahrestages der Massendemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz vom 4. November 1989 wurde nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick an den Gebäuden der früheren MfS-Kreisdienststellen Treptow und Köpenick jeweils eine Informationstafel angebracht.
Inschriften
Inschrift der Gedenktafel
(am Gebäude der ehemaliegn MfS-Kreisdiensstelle in Treptow)
In diesem Gebäude befand sich bis Dezember 1989 / die Kreisdienststelle Treptow des Ministeriums für / Staatssicherheit der DDR. / Das Ministerium für Staatssicherheit sicherte durch / politische Willkür, Unterdrückung und Überwachung / der Bevölkerung Macht und Herrschaft der SED.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Gedenktafel
(am Gebäude der ehemaligen MfS-Kreisdiensstelle in Köpenick)
In diesem Gebäude befand sich bis Dezember 1989 / die Kreisdienststelle Köpenick des Ministeriums für / Staatssicherheit der DDR. / Das Ministerium für Staatssicherheit sicherte durch / politische Willkür, Unterdrückung und Überwachung / der Bevölkerung Macht und Herrschaft der SED.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
4. November 2004 - Eröffnung
Anbringung der Informationstafeln an den einstigen Kreisdiensstellen des MfS in Treptow und Köpenick
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Friedrichshagener Straße 8; Segelfliegerdamm 42-44
- Stadt: Berlin
- Ortsteil: Treptow-Köpenick
- Gebiet: Berlin
- Land: Deutschland
