Suhl, Deutschland

Informationstafel an der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt

 
Das von der MfS-Bezirksverwaltung Suhl als Untersuchungshaftanstalt genutzte Gebäude wurde zwischen 1856 und 1859 als preußisches Amtsgerichtsgefängnis Suhl erbaut. Von 1937 bis 1945 nutzte die Gestapo-Leitstelle Weimar das Gefängnis in Suhl als Haftanstalt für politische Gefangene. Mit dem Einmarsch der Roten Armee im Juli 1945 übernahm die sowjetische Geheimpolizei das Gefängnis und führte es bis 1948 als Haftanstalt für politische Gegner und als Sammellager für den Transport von Internierten in das Speziallager Nr. 2 in Buchenwald. Nach kurzzeitiger Nutzung als thüringisches Amtsgerichtsgefängnis diente der Bau ab 1953 der Bezirksverwaltung des MfS als Untersuchungshaftanstalt. Bis in die 1960er Jahre gab es in den Zellen kein fließendes Wasser oder Toiletten. Modernisierungen wurden kaum durchgeführt. In den 1980er Jahren wurde wegen mangelnder Kapazitäten ein Neubau in Suhl-Goldlauter beschlossen, dessen Fertigstellung für 1990 geplant war. Das Ende des MfS kam jedoch der Einweihung des Plattenbaus zuvor. Im Dezember 1989 wurde das alte Gefängnis auf Forderung des Suhler Bürgerkomitees geräumt und als Lagerstelle für die Akten der aufgelösten Behörden des Bezirkes Suhl eingerichtet. In den Jahren 1990 bis 1993 war auch die Suhler Außenstelle des BStU in dem Haus untergebracht. Seit 1993 wird das Gebäude vom Thüringischen Staatsarchiv Meiningen als Archivdepot genutzt. Besichtigungen sind auf Anfrage im Rahmen von Führungen möglich. Im Innenhof erinnert eine Gedenktafel an die Opfer der Diktaturen in Deutschland. Am Eingang des Gebäudes hängt eine Informationstafel mit einer Inschrift.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(am Eingang des Gebäudes)
Gefängnis *Königlich- / Preußisches / Amtsgerichtsgefängnis 1856-59 / an der Senfte errichtet* / *Hauptgebäude im / Neorenaissancestil aus / Sandsteinmauerwerk* / *Areal von / einer massiven Mauer mit / Strebepfeilern umschlossen* / * bis / 1989 Haftanstalt, zuletzt der / Staatssicherheit der DDR*
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Literatur

  • Ehemalige Untersuchungshaftanstalten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Broschüre des LStU, zusammengestellt von Johannes Beleites, Berlin 2000

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016