Stockheim, Deutschland

Grenz- und Friedenskapelle

 
Am 24. November 1989 wurde die Grenze zwischen dem thüringischen Dorf Neuhaus und dem bayrischen Burggrub geöffnet. Die Pfarrer der beiden Dörfer organisierten im Dezember 1989 eine erste grenzüberschreitende Gedenkveranstaltung. In den folgenden Jahren wurden die gemeinsamen Kirchgänge zu einer Tradition. Bürger aus Burggrub unterbreiteten den Vorschlag, ein äußeres Zeichen für die friedliche Wiedervereinigung zu errichten. Gemeindepfarrer und Kirchenvorstand von Burggrub beschlossen daraufhin den Bau einer Kapelle, der aus Spenden finanziert werden sollte. Die aus dem 19. Jahrhundert stammende Glocke spendete das thüringische Nachbardorf Neuhaus. Zum 2. Jahrestag der Grenzöffnung bei Burggrub wurde am 24. November 1991 der Grundstein für die Kapelle gelegt. Am früheren Standort, einer Hütte des Zollgrenzdienstes, wurde am 6. September 1992 die Grenz- und Friedenskapelle eingeweiht. Hierzu wurden 300 Jugendliche aus verschiedenen Ländern eingeladen. Insgesamt waren etwa 2 000 Menschen bei der Weihe der Kapelle zugegen. Der Turm der Kapelle erinnert in seiner Bauweise an einen Holzwachturm, wie es sie zu Beginn der deutschen Teilung gegeben hat. Die Seitenwände des Innenraums der Kapelle laufen aufeinander zu und suchen so eine Berührung, wie zwei Hälften, die zusammengehören. Die Linie zwischen diesen Hälften stellt eine lichtdurchflutete Grenze dar. Hinter dem Altar steht ein durchtrenntes Stück Streckmetall – ebenfalls eine Erinnerung an den tatsächlichen Grenzverlauf. Streckmetall lässt sich auch an anderer Stelle in der Kapelle finden. Eine Fotodokumentation im Innenraum der Kapelle erläutert die Geschichte dieses Gotteshauses.

Ereignisse

6. September 1992 - Einweihung
Feierliche Einweihung der Grenz- und Friedenskapelle

Literatur

  • Ullrich, Maren: Geteilte Ansichten. Erinnerungslandschaft deutsch-deutsche Grenze, Berlin 2006
  • Buchin, Klaus: RadWandern am Grünen Band, Teil 1 und Teil 2, Kiel 1999 und 2002

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016