Oranienburg, Deutschland

Gräberfeld für die Opfer des „Sowjetischen Speziallagers Nr.7 / Nr.1“ Sachsenhausen

 
Am 14. März 1990 wurde das erste Massengrab eines sowjetischen Speziallagers in Fünfeichen bei Neubrandenburg entdeckt. Am 31. März 1990 gelang es Mitarbeitern der Gedenkstätte Sachsenhausen unter maßgeblicher Beteiligung von Zeitzeugen, im Schmachtenhagener Forst, an der B 273 zwischen Oranienburg und Schmachtenhagen, das erste von insgesamt drei Massengräbern des Speziallagers Sachsenhausen zu finden. 1991 hat die Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen e.V. erste Erinnerungszeichen am Gräberfeld aufgestellt. Inzwischen sind durch Familienangehörige und Hinterbliebene weitere Grabzeichen mit Namen der Opfer errichtet worden.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(am Gräberfeld)
Hier liegen die sterblichen Überreste vieler / Gefangener des Speziallagers / Nr. 7, das das NKWD 1945–1950 in Sachsen- / hausen betrieb. / Namen und Anzahl der Toten, Geburts- und / Todesdaten sind unbekannt. / Im Frühjahr 1990 wurde das Schweigen über / diesen Ort gebrochen. / Betroffene, Hinterbliebene der Toten und die / Gemeinde Schmachtenhagen gestalteten 1991 / diese Stätte des Gedenkens und der Erinnerung.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Informationstafel
(am Eingang des Gräbefeldes)
Massengräber im Schmachtenhagener Forst / Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges benutzte die sowjetische Besatzungs- / macht Teile des Geländes und der Bauten des ehemaligen nationalsozia- / listischen Konzentrationslagers Sachsenhausen für das Speziallager Nr. 7 / (ab 1948 Nr. 1). Das Lager des sowjetischen Geheimdienstes bestand von / August 1945 bis Februar 1950. / Zu den Gefangenen des Speziallagers gehörten deutsche Kriegsgefangene, / Internierte, von sowjetischen Militärtribunalen verurteilte Personen und / sowjetische Bürger, die zwangsweise in die UdSSR zurückgeführt werden / sollten. / Die Verstorbenen wurden an drei Orten bestattet: im Wald von Schmachtenhagen, / auf dem sogenannten Kommandantenhof und an der Düne in der Nähe der / Zone II. Wer an welchem Ort bestattet wurde, ist unbekannt. Eine endgül- / tige Zahl der Toten des Speziallagers konnte noch nicht ermittelt werden. / Der Trecker brachte Nacht für Nacht die mit Leichen beladenen Anhänger dorthin. Weit / in der Umgebung hörte man den uralten Lanz-Trecker donnern, wenn er / mit seiner unheimlichen Fracht durch die stille Nacht rasselte. Die Baracken- / posten wickelten sich fester in den Mantel, der für diesen Dienst gestellt / wurde, und lauschten dem Tod. / Immer dieselben Männer waren es, die in Schmachtenhagen tätig sein durf- / ten: denn es musste geheimnisvoll bleiben, was dort geschah. Die Toten- / gräber sollten bei ihrer Tätigkeit nicht auffallen, es sollten keine Totenzahlen / bekannt werden. (L. Z., ehemaliger Häftling, nach 1950)
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

1991 - Einweihung
Errichtung eines Erinnerungszeichens am Gräberfeld

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016