Rochlitz, Deutschland

Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer der sowjetischen Geheimpolizei

 
1852 wurde in Rochlitz auf der ehemaligen Reichsburg eine dreigeschossige Untersuchungshaftanstalt eingerichtet, die bis 1961 genutzt wurde. Zwischen 1945 und 1947 war Schloss Rochlitz Sitz der sowjetischen Geheimpolizei NKWD. Mehr als 600 Menschen wurden in jener Zeit hier gefangen gehalten. Nach dem Zusammenbruch der DDR hat man die ehemalige Haftanstalt abgerissen, die ursprüngliche Hofsituation wiederhergestellt und weitere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Auf Anregung der Initiativgruppe Lager Mühlberg wurde am 2. Oktober 1999 eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer des NKWD angebracht.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(am Schloss Rochlitz)
Das Schloss Rochlitz diente / von 1945 bis 1947 einer / Operativgruppe der sowjetischen / Geheimpolizei NKWD/MWD / als Haftanstalt. Nach / brutalen Verhören wurden / über 600 inhaftierte Frauen, / Männer und Jugendliche zur / Verurteilung vor Tribunale / gestellt, in Straflager / eingewiesen oder in die / Sowjetunion deportiert. Jeder / Dritte überlebte die meist / langjährigen Haftzeiten nicht.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016