Freiberg, Deutschland

Gedenktafel zum 17. Juni 1953

 
Wie in vielen anderen Städten der DDR streikten um den 17. Juni 1953 im sächsischen Freiberg die Bauarbeiter. In diesen Tagen waren allein 1.300 Arbeiter der Bau-Union Dresden auf der Baustelle für die Zinkhütte Freiberg beschäftigt. Sie diskutierten über die Ereignisse in Berlin, wo am Tag zuvor bereits die Bauarbeiter der Stalinallee in den Streik getreten waren. Am Morgen des 18. Juni 1953 erschienen einzelne Brigaden nicht zur Arbeit und erzwangen eine Betriebsversammlung. Etwa 90 Prozent der Belegschaft der Zinkhütte beteiligten sich schließlich am Streik für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, freie Wahlen und die Absetzung der Regierung. Am 19. Juni kam es zu tumultartigen Szenen, weil die Kreisparteileitung zuvor gemachte Zusagen nicht einhielt. Insbesondere die politischen Forderungen wurden nicht erfüllt. Mindestens neun Personen, darunter die Streikleitung, wurden verhaftet. Die streikenden Bauarbeiter der Zinkhütte Freiberg wurden der Reihe nach entlassen, die Bauarbeiten abgebrochen und erst ein Jahr später wieder aufgenommen. Seit 1990 gedenkt das mittelsächsische Freiberg alljährlich den Opfern des Volksaufstandes von 1953. Auf Initiative von Melanie Weber vom Forum 91 Freiberg e. V. wurde anlässlich des 50. Jahrestages des Volksaufstandes am historischen Ort in Freiberg eine Gedenktafel enthüllt.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(an der Alfred-Lange-Straße)
Volksaufstand / 17. Juni 1953 // Zum Gedenken an den / Widerstand gegen die / SED-Diktatur in der / Hütte Freiberg
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

17. Juni 2003 - Einweihung
Einweihung Gedenktafel zum 17. Juni 1953
17. Juni 1953 - Historie
Streik der Bauarbeiter in Freiberg

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016