Wuppertal, Deutschland

Gedenktafel und Baumdenkmale zur deutschen Einheit

 
In Reaktion auf den Bau der Berliner Mauer und die Verschärfung des innerdeutschen Grenzregimes gründete der Studienrat Otto Roche am 2. Oktober 1961 gemeinsam mit einer Gruppe politisch interessierter Bürger die sogenannte Politische Runde. Jeden Montagabend trafen sich die Teilnehmer in der Wuppertaler Volkshochschule (VHS), um gemeinsam mit Gästen und Referenten über aktuelle politische Themen zu diskutieren. Der für jedermann zugängliche Jour Fixe entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer festen städtischen Institution. Daneben veranstaltete die Poltische Runde auch Studienreisen und Exkursionen, allein drei Mal in die DDR, aber auch in 80 weitere Länder rund um die Welt. Mit Unterstützung einer gewählten Hörer-Vertretung sowie der Volkshochschule blieb Otto Roche bis kurz vor seinem Tod im November 1999 Leiter der Runde, die bis heute zum festen Kursprogramm der VHS gehört. Anlässlich ihres 33-jährigen Bestehens und mit Blick auf den 4. Jahrestag der Wiedervereinigung enthüllte die Politische Runde am 1. Oktober 1994 in der Grünanlage zwischen Parlamentsstraße und Paul-Humburg-Straße am Fuße einer mächtigen Eiche eine Gedenktafel zur Erinnerung an die deutsche Einheit. An der feierlichen Zeremonie nahmen neben Otto Roche auch die Wuppertaler Oberbürgermeisterin Ursula Kraus sowie der damalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und spätere Bundespräsident, Joachim Gauck, teil. Für musikalische Umrahmung des Festaktes sorgte die Bergische Musikschule mit Bachs Konzert für zwei Violinen sowie das städtische Polizei-Musikkorps mit dem Volkslied „Die Gedanken sind frei“ und der Nationalhymne zum Abschluss der Veranstaltung. Noch im selben Monat weihte die Politische Runde gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, entlang eines Pfades am Eskenberg neben 16 Bäumen – jeweils eins stellvertretend für jedes Bundesland – eine weitere fast identische Gedenktafel für die Wiedervereinigung ein.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(am Fuße des Baumdenkmals)
„Das gesamte Deutsche Volk bleibt / aufgefordert, in freier Selbstbestimmung / die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“. / Präambel des Grundgesetzes vom 23. Mai 1949 / Die Politische Runde der Volkshochschule / Wuppertal, gegründet von Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt im Jahre des Mauer- / baus in Berlin 1961, gedenkt am 4. Jahrestag / der Vereinigung beider Teile Deutschlands / der Erfüllung des Verfassungsgebotes / durch eine Friedliche Revolution. / Sie will mit diesem Baum das Bewusstsein / wach halten, dass wir ein Volk sind und / dass die Deutsche Einheit ein Baustein zur / Einheit Europas ist. / Enthüllt am 3. Oktober 1994
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

1. Oktober 1994 - Einweihung
Einweihung der Gedenktafel und des Baumdenkmals zur deutschen Einheit