Berlin, Deutschland

Gedenktafel für Wolfgang Ullmann

 
Auf Initiative des Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wurde im Andenken an den Theologen, Politiker und Publizisten Wolfgang Ullmann (1929 – 2004) eine Berliner Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnort in der Tieckstraße 17 in Berlin-Mitte angebracht. Mit dem Berliner Gedenktafelprogramm, das von der Historischen Kommission und dem Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. betreut wird, erinnert das Land Berlin an Personen, die mit der Stadt Berlin in besonderer Verbindung stehen. Die Enthüllung der Gedenktafel am 9. Dezember 2019 fand in Gegenwart des Staatssekretärs für Kultur, Dr. Torsten Wöhlert, und der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Koepjohann'schen Stiftung, Dr. Christine Schlund, sowie der Laudatoren Tina Krone der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. und Stephan Bickhardt, Direktor der Evangelischen Akademie Meißen, statt. Im September 2019 eröffnete die Koepjohann'sche Stiftung in der Tieckstraße 17 eine Notunterkunft für Frauen. Die Robert-Havemann-Gesellschaft betreut seit 2004 den Nachlass von Wolfgang Ullmann. Wolfgang Ullmann, geboren am 18. August 1929 in Sachsen, studierte nach dem Zweiten Weltkrieg evangelische Theologie und Philosophie in West-Berlin und Göttingen. Nach Abschluss seiner Promotion kehrte er 1954 in die DDR zurück. Hier arbeitete er als Pfarrer und Dozent für Kirchengeschichte an verschiedenen Hochschulen. Mitte der 1970er Jahre begann er sich in den Oppositionsbewegungen der DDR zu engagieren. Zusammen mit Konrad Weiß und Ulrike Poppe gründete er 1989/90 die Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ und vertrat die Bewegung am Zentralen Runden Tisch. Nachdem Ullmann im Jahr 1990 für das Bündnis 90 in die DDR-Volkskammer gewählt wurde, setzte er seine politische Arbeit nach der deutschen Wiedervereinigung zunächst als Abgeordneter des Deutschen Bundestages und ab 1994 als Mitglied des Europaparlaments fort.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(an der Hausfassade)
BERLINER GEDENKTAFEL// Im Hinterhaus wohnte von 1978/79 bis zu seinem Tode / Wolfgang Ullmann / 18.8.1929 – 30.7.2004 / Theologe, Politiker und Publizist // Als Mitglied der DDR-Opposition war er 1989/90 / Mitbegründer der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“, / nahm am Zentralen Runden Tisch teil und gehörte der / einzigen frei gewählten Volkskammer an. Nach 1990 in den / Deutschen Bundestag und später in das Europaparlament / gewählt, war er stets ein engagierter und kritischer Begleiter / der deutschen und europäischen Einigung.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

9. Dezember 2019 - Einweihung
Einweihung der Gedenktafel

Weitere Informationen

  • Historische Kommission zu Berlin: Gedenktafel-Enthüllung zu Ehren von Wolfgang Ullmann. Online abrufbar: https://t1p.de/4qpbj
  • Rober Havemann Gesellschaft. Archiv der DDR-Opposition: Lehrer, Theologe, Politiker und Publizist - Gedenken an den Gelehrten Wolfgang Ullmann. Online abrufbar: https://t1p.de/ylyra