Nordhausen, Deutschland
Gedenktafel für Otto Reckstat
Am 17. Juni 1953 wurde in allen Kreisen des Bezirkes Erfurt der Ausnahmezustand verhängt. Zuvor waren in Nordhausen, Erfurt, Herbsleben, Gotha und Waltershausen Arbeiter in den Streik getreten. Otto Reckstat (1898–1983) war seit 1952 Gewerkschaftsvertrauensmann im Nordhäuser Volkseigenen Betrieb (VEB) ABUS-Maschinenbau. Seine Kollegen wählten ihn am 17. Juni zum Streikführer. Dafür wurde er jedoch verhaftet und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Entlassung im Dezember 1956 flüchtete er mit seiner Frau nach West-Berlin.
Auf Initiative der SPD-Fraktion des Stadtrates von Nordhausen erhielt die Brücke zwischen der Halleschen Straße und der Barbarossastraße am 13. Oktober 1998 den Namen Otto-Reckstat-Brücke. Am Brückengeländer sind rechts und links zwei identische Gedenktafeln angebracht. Sie tragen eine Inschrift.
Inschriften
Inschrift der Gedenktafeln
(rechts und links am Brückengelände)
Otto-Reckstat Brücke / Otto Reckstat (1898–1983) / Gewerkschaftsfunktionär / Stadtverordneter der SPD bis 1933 / mehrmalige Haft in der NS-Zeit / verurteilt nach dem 17. Juni 1953 / zu 8 Jahren Zuchthaus
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Literatur
- Thüringer Allgemeine
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Otto-Reckstat-Brücke
- Stadt: Nordhausen
- Gebiet: Thüringen
- Land: Deutschland
