Markkleeberg, Deutschland

Gedenktafel für Markleeberger Widerstandsgruppe

 
Wie auch in anderen Städten waren es im sächsischen Markkleeberg vor allem Jugendliche, die sich in der frühen DDR für demokratische Grundrechte einsetzten. Unter dem Namen „Die Deutsche Friedensbewegung“ fertigte eine zehnköpfige Gruppe von Schülern der Rudolf-Hildebrand-Schule 1948/49 Flugblätter an, mit denen sie gegen Wahlfälschungen, Bespitzelungen, Benachteiligungen bürgerlicher Studienbewerber und für mehr Demokratie in der SBZ protestierten. Im September 1949 flog die Gruppe jedoch auf. Ihre Mitglieder wurden festgenommen und vor ein SMT gestellt. Ihr Fall wurde nach sowjetischem Militärrecht verhandelt. Richter, Verteidiger und Staatsanwalt waren ein und dieselbe Person. Die meisten der Schüler wurden zu 25 Jahren, einige zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Sie alle mussten ihre Strafen bis Mitte der 1950er Jahre, mehrheitlich im Zuchthaus Bautzen, absitzen. Erst 1995 wurden sie vom Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation rehabilitiert. Anlässlich des Jahrestages des 17. Juni 1953 im Jahr 2011 entschloss sich die Stadt Markkleeberg, der Widerstandsgruppe eine Gedenktafel im Foyer des Gymnasiums zu widmen und sie im Rahmen einer Feierstunde zu ehren. Vier der damaligen Schüler sowie der Markleeberger Oberbürgermeister Bernd Klose nahmen an den Feierlichkeiten teil. Auf der Gedenktafel sind neben der Inschrift auch die Namen, Lebensdaten und Porträtfotos der zehn Schüler aufgeführt.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(im Foyer des Gymnasiums)
Markkleeberger Jugendliche und Oberschüler, die für ein freies / Deutschland sowie demokratische Grundrechte eintraten, / 1949 verhaftet und 1950 vom sowjetischen Militärgericht / zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden. / Im Jahr 1995 wurden sie durch den Generalstaatsanwalt / der Russischen Föderation rehabilitiert.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

17. Juni 2011 - Einweihung
Einweihung der Gedenktafel für die Markleeberger Widerstandsgruppe

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016