Lehnitz, Deutschland
Gedenktafel für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft
Am 2. Dezember 1928 war auf dem damaligen Kaiser-Wilhelm-Platz ein Heldengedenkstein zur Erinnerung an die Lehnitzer Opfer des Ersten Weltkrieges errichtet worden. Auf einer Tafel unter einem Eisernen Kreuz standen die Namen der drei Lehnitzer Gefallenen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Gedenkstein umgewidmet. Das Eiserne Kreuz und die Namenstafel wurden entfernt und am 24. September 1949 durch eine Inschrift ersetzt. Ein rotes Dreieck erinnerte an die politischen Häftlinge in nationalsozialistischen Konzentrationslagern und wurde durch die Vereinigung der Verfolgten des NS-Regimes initiiert. Nach der deutschen Einheit setzte eine mehrjährige Diskussion über den Umgang mit diesem Denkmal ein, an deren Ende die Entscheidung der Gemeindevertreter stand, an dieser Stelle ein Denkmal für alle Opfer politischer Gewalt zu errichten. Am 1. September 1995 wurde eine neue Tafel mit einer neuen Inschrift unter einer goldenen gebrochenen Rose eingeweiht. Das rote Häftlingsdreieck wurde nach hinten gedreht.
Inschriften
frühere Inschrift am Denkmal von 1949
(auf dem Friedrich-Wolf-Platz)
Den Toten / zu Ehren / den lebenden / zur Pflicht
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
aktuelle Inschrift der Gedenktafel von 1995
(auf dem Friedrich-Wolf-Platz)
Den Opfern / von / Kriegen / und / Gewalt- / herrschaft
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Literatur
- Scheer, Regina: Der Umgang mit den Denkmälern. Eine Recherche in Brandenburg, Eggersdorf 2003
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
Weitere Informationen
- Becker, Bodo: Lehnitzer Denkmal-Geschichten, in: Oranienburger Generalanzeiger, 18./19.11.1995,
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Friedrich-Wolf-Platz
- Stadt: Lehnitz
- Gebiet: Brandenburg
- Land: Deutschland
