Nowy Sącz, Polen

Gedenktafel für die Opfer von Katyń

 
Die Gedenktafel für die Opfer von Katyń an der St.-Kasimir-Kirche im Stadtzentrum von Nowy Sącz (deutsch: Neu Sandez) besteht aus zwei Teilen, die aus den Jahren 1992 und 2010 stammen. Der obere Teil der Tafel, der am 16. Mai 1992 enthüllt wurde, setzt sich seinerseits aus vier Segmenten zusammen, die die Namen von 100 Opfern aus der Region auflisten, insbesondere von Angehörigen des in Nowy Sącz stationierten 1. Podhalischen Schützenregiments. Die Segmente sind in Form eines Kreuzes auseinandergerissen, in dessen Mitte sich ein Relief der »Mutter Gottes von Katyń« befindet. Im Jahr 2010 wurden direkt unterhalb der bestehenden Tafeln zwei weitere Segmente mit 123 zusätzlichen Namen von Opfern ergänzt, die inzwischen von dem in Nowy Sącz lebenden Lehrer und Historiker Jerzy Giza recherchiert worden waren. Durch die an die Gestaltung der älteren Tafeln angepassten zusätzlichen Segmente wird das Kreuz nach unten verlängert. In der Mitte der neuen, von Marian Pażucha geschaffenen Tafeln, befindet sich eine Nische mit der aus Stacheldraht geformten Jahreszahl 1940, hinter der drei Urnen mit Erde aus den Massengräbern aufgestellt sind. Die zusätzlichen Tafeln wurden am 71. Jahrestag des sowjetischen Einmarsches in Ostpolen, am 17. September 2010, von Ryszard Nowak, dem Präsidenten der Stadt, enthüllt und von Bischof Władysław Bobowski geweiht.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(an der St.-Kasimir-Kirche)
W hołdzie synom Ziemi Sądeckiej oficerom / 1. Pułku Strzelców Podhalańskich i innych / formacji Wojska Polskiego zamordowanym / w 1940 r. przez NKWD w Katyniu, / Charkowie i Kalininie. / [es folgen die Namen und militärischen Titel von 100 Offizieren] / Gdybyśmy o nich zapomnieli / Ty Boże na niebie zapomnij o nas / [unleserlich]; [weitere 123 Namen und militärische Titel] / Mortui viventes obligant
Deutsche Übersetzung:
Zu Ehren der Söhne des Sandezer Landes, der Offiziere des 1. Podhalischen Schützenregiments und anderer Formationen der Polnischen Armee, die im Jahr 1940 durch den NKWD in Katyń, Charkiw und Kalinin ermordet wurden. [es folgen die Namen und militärischen Titel von 100 Offizieren] Wenn wir sie vergessen, vergiss Du, Gott im Himmel, uns. [unleserlich]; [weitere 123 Namen und militärische Titel] Die Toten verpflichten die Lebenden
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

16. Mai 1992 - Einweihung
Einweihung des oberen Teils der Gedenktafel

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013