London, Großbritannien
Gedenktafel für die Opfer von Katyń
Die Katyń-Gedenktafel in der katholischen Kirche St. Andreas Bobola in London-Hammersmith wurde am 30. April 1967 eingeweiht. Es handelt sich um ein schmales, zwei Meter hohes, vertikales Bronzerelief des Künstlers Aleksander Prusklecki und stellt Christus und ihm entgegengestreckte Hände sowie ein abstraktes Muster aus Linien und ungeordneten Blöcken dar. Eine kleine Tafel neben dem Relief informiert darüber, dass »aus der sowjetischen Gefangenschaft Befreite, Angehörige der Opfer und polnische Flüchtlinge« die Gedenktafel gestiftet haben.
Später wurden noch zwei weitere Tafeln angebracht, auf denen darauf hingewiesen wird, dass an dieser Stelle Erde aus Katyń sowie den anderen Hinrichtungsorten eingemauert wurde. Die Tafeln stammen aus den Jahren 1978 und 1995. Im Jahr 2002 wurde das gesamte Ensemble schließlich in einen neu geschaffenen Altar der »Gottes Mutter von Koselsk« integriert, der dem Marienkult dient und auch die Opfer von Katyń einbezieht.
Im April 1980 wurde in der Kirche eine Gedenktafel für Jarosław Garliński, eines der Opfer des sowjetischen Massenmordes, enthüllt. Dieses zeigt neben der Inschrift eine Miniatur des bekannten Londoner Katyń-Denkmals auf dem Friedhof Gunnersbury. Zwei weitere Tafeln wurden in der Kirche nach der Flugzeugkatastrophe von Smolensk im April 2011 angebracht. Sie erinnern an zwei bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Mitglieder der Delegation des polnischen Staatspräsidenten, namentlich an den letzten Präsidenten der antikommunistischen Londoner Exilregierung, Ryszard Kaczorowski, der sein Amt nach der Wahl Lech Wałęsas zum ersten nichtkommunistischen polnischen Präsidenten 1990 niedergelegt hatte, sowie an seinen Begleiter Bronisław Gostomski, der Pfarrer der Kirchengemeinde von St. Andreas Bobola gewesen war.
Inschriften
Inschrift des Bronzerelief
(beim Altar der »Gottes Mutter von Koselsk«)
Ofiarom Katynia / i innym rodakom / wymordowanym / lub / zamęczonym w / niewoli / sowieckiej /
»wieczne / odpoczywanie / racz im dać / Panie«
Deutsche Übersetzung:
Den Opfern von Katyń und anderen Landsleuten, die in sowjetischer Gefangenschaft ermordet oder zu Tode gequält wurden. »Herr, gib Ihnen die ewige Ruhe«
Den Opfern von Katyń und anderen Landsleuten, die in sowjetischer Gefangenschaft ermordet oder zu Tode gequält wurden. »Herr, gib Ihnen die ewige Ruhe«
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Tafel von 1995
(beim Altar der »Gottes Mutter von Koselsk«)
Ziemia z Charkowa, Katynia i Miednoje – miejsc kaźni naszych najbliższych zamordowanych przez NKWD w kwietniu 1940 roku złożona w 55 rocznicę ich śmierci. Niech ofiara ich życia będzie strażnikiem niepodległości Polski.
Deutsche Übersetzung:
Erde aus Charkiw, Katyń und Mednoje, den Exekutionsstätten, an denen der NKWD im April 1940 unserer Nächsten ermordete, wurde hier an ihrem 55. Todestag eingelassen. Möge das Opfer ihres Lebens ein Wächter über Polens Unabhängigkeit sein.
Erde aus Charkiw, Katyń und Mednoje, den Exekutionsstätten, an denen der NKWD im April 1940 unserer Nächsten ermordete, wurde hier an ihrem 55. Todestag eingelassen. Möge das Opfer ihres Lebens ein Wächter über Polens Unabhängigkeit sein.
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Tafel von 1967
(beim Altar der »Gottes Mutter von Koselsk«)
uratowani z / niewoli / sowieckiej, / rodziny ofiar / i inny uchodzcy / polscy / ufundowali ten / pomnik / który został / odsłonięty / 30 4 1967
Deutsche Übersetzung:
Aus sowjetischer Gefangenschaft Befreite, Angehörige der Opfer und andere polnische Flüchtlinge stifteten dieses Denkmal, das am 30. 4. 1967 enthüllt wurde
Aus sowjetischer Gefangenschaft Befreite, Angehörige der Opfer und andere polnische Flüchtlinge stifteten dieses Denkmal, das am 30. 4. 1967 enthüllt wurde
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Tafel von 1978
(beim Altar der »Gottes Mutter von Koselsk«)
Tu wmurowano / dnia 23 IV 1978 / garść ziemi / z grobu w Katynia
Deutsche Übersetzung:
Hier wurde am 23. 4. 1978 Erde aus dem Grab in Katyń eingemauert
Hier wurde am 23. 4. 1978 Erde aus dem Grab in Katyń eingemauert
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
2011 - Einweihung
Einweihung von zwei Gedenktafeln in Erinnerung an die Flugzeugkatastrophe von Smolensk
1995 - Einweihung
Einweihung der dritten Gedenktafel
1978 - Einweihung
Einweihung einer zweiten Gedanktafel
30. April 1967 - Einweihung
Einweihung der ersten Gedenktafel für die Opfer von Katyń
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: St. Andrew Bobola-Kirche, 1 Leysfield Road, Hammersmith
- Stadt: London
- Gebiet: England
- Land: Großbritannien
