Luckau, Deutschland

Gedenktafel für die Opfer sowjetischer Willkürjustiz

 
Von Januar bis März 1950 wurden etwa 10 500 Verurteilte Sowjetischer Militärtribunale (SMT) aus den sowjetischen Speziallagern an die Deutsche Volkspolizei (VP) übergeben und in Zuchthäuser der DDR gebracht. Die Gefangenen befanden sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand, so dass viele von ihnen, insbesondere in den ersten Monaten ihrer Haftzeit bei der VP aufgrund der katastrophalen Haftbedingungen starben. Die meisten SMT-Verurteilten wurden im Lauf der 1950er Jahre aus der Haft entlassen. Ab 1953 gab es mehrere Amnestien; die letzten wurden 1960 und 1964 durchgeführt. Am 8. September 2002 wurde auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945–1950 e. V. an der Mauer der Justizvollzugsanstalt Luckau eine Gedenktafel aus Bronze zur Erinnerung an die rund 800 Häftlinge eingeweiht, die nach der Auflösung des Speziallagers Sachsenhausen in das Zuchthaus Luckau transportiert wurden. Die Gedenktafel trägt eine Inschrift.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(an der Mauer der Justizvollzugsanstalt Luckau)
Im Februar 1950 / wurden in das Zuchthaus Luckau hinter dieser Mauer / 800 Opfer der sowjetischen Willkürjustiz eingeliefert / – darunter 283 Jugendliche –, die das / sowjetische Speziallager Sachsenhausen 1945–1950 / überlebt hatten. // Die anschließende Zuchthaushaft unter dem harten / Regime der Deutschen Volkspolizei überstanden viele / von ihnen infolge von jahrelanger Isolierung, Hunger / und Krankheit nicht mehr. / AG Lager Sachsenhausen 1945–1950 / im Jahre 2002.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

8. September 2002 - Einweihung
Einweihung der Gedenktafel für die Opfer sowjetischer Willkürjustiz

Literatur

  • Buddrus, Michael: „ ... im Allgemeinen ohne besondere Vorkommnisse“. Dokumente zur Situation des Strafvollzugs der DDR nach Auflösung der sowjetischen Internierungslager 1949–1951, in: Deutschland Archiv 29.1996, H. 1, S. 10–33

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016