Mühlhausen, Deutschland
Gedenktafel für die Opfer des sowjetischen Geheimdienstes NKWD
Unmittelbar nach der Übernahme der Stadt von den Amerikanern im Sommer 1945 beschlagnahmte die sowjetische Geheimpolizei NKWD das Amtsgericht am Untermarkt 17 und nutzte es als Untersuchungsgefängnis. Nach wenigen Wochen wurden aufgrund von Überfüllung weitere Gebäude in der Nähe bezogen. Nach Aussagen von Überlebenden starben am Untermarkt 17 zwischen 60 und 80 Menschen. Inzwischen wurde das ehemalige Gefängnisgebäude des Amtsgerichtes abgerissen.
Am 17. August 2001 wurde auf Initiative der Beratungsstelle Vergangenheitsaufarbeitung beim Kreistag Unstrut-Hainich e.V. am Amtsgericht der Stadt Mühlhausen eine Gedenktafel für die dort zwischen 1945 und 1948 vom NKWD inhaftierten, gefolterten und zum Tode verurteilten Menschen angebracht. Sie trägt eine Inschrift.
Inschriften
Inschrift der Gedenktafel
An diesem Ort wurden durch / den sowjetischen Geheimdienst NKWD / von 1945–1948 Unschuldige / eingekerkert und gefoltert. / Viele wurden deportiert / oder zum Tode verurteilt
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Literatur
- Thiele, Manfred: Haus des Grauens. Der Untermarkt 13 in Mühlhausen, hrsg. vom LStU Thüringen, Erfurt 1999
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Untermarkt 17
- Stadt: Mühlhausen
- Gebiet: Thüringen
- Land: Deutschland

