Greiz, Deutschland
Gedenktafel für die Friedliche Revolution
Am 28. Oktober 1989 gingen erstmals auch die Greizer Bürger auf die Straße, um gegen das SED-Regime zu demonstrieren. Der Greizer Rudolf Kuhl hatte sich entschlossen, die Großdemonstration privat anzumelden und erhielt tatsächlich eine offizielle Genehmigung. Mehr als 6 000 Personen folgten seinem Aufruf und forderten Meinungsfreiheit, Entmilitarisierung und demokratische Reformen. Auch während der folgenden Samstagsdemonstrationen kamen immer wieder bis zu 10 000 Menschen zusammen und protestierten friedlich. Zu ihren Forderungen gehörte auch die öffentliche Rehabilitierung von Persönlichkeiten der Region, die staatliche Repressalien erlebt hatten. Dazu zählte u. a. der Schriftsteller Reiner Kunze, der nach seiner Ausbürgerung erstmals wieder nach Greiz gekommen war.
Zum 20. Jahrestag der Demonstration wurde 2009 vor der Greizer Stadtkirche eine Gedenktafel in den Boden eingesetzt. Sie zeigt Fußabdrücke sowie eine Inschrift. Am 4. Dezember 2012 wurde die Stadt Greiz zu einer von 20 Stationen des Gedenkprojekts „Thüringer Straße der Menschenrechte und Demokratie“ erklärt.
Inschriften
Inschrift der Gedenktafel
(am Kirchplatz, in den Gehsteig eingelassen)
28. Oktober 1989
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
28. Oktober 2009 - Einweihung
Einweihung der Gedenktafel für die Friedliche Revolution
28. Oktober 1990 - Historie
Erste Friedliche Revolution in Greiz
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Kirchplatz
- Stadt: Greiz
- Gebiet: Thüringen
- Land: Deutschland
