Eisenach, Deutschland

Gedenktafel für 33 Jugendliche

 
Im Oktober 1945 wurden in Eisenach 33 Jugendliche unter dem Vorwurf der „Werwolf“-Tätigkeit von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD verhaftet. Drei Monate später fällte ein Sowjetisches Militärtribunal (SMT) in einem Geheimprozess im Schnellverfahren die Urteile: Tod durch Erschießen. Der Vorwurf lautete auf „antisowjetische Betätigung“. Gegen neun der Jugendlichen wurde das Urteil vermutlich in Weimar vollstreckt. Die anderen zum Tode Verurteilten wurden zu 25 bzw. 15 Jahren Arbeitslager „begnadigt“. Die Überlebenden kehrten 1950/51 aus der lagerhaft zurück. 1994 hat die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation die unschuldig Verurteilten rehabilitiert. Auf Initiative der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS) wurde am 11. Mai 1998 eine Gedenktafel am Gebäude II des Ernst-Abbe-Gymnasiums, nahe dem ehemaligen Gerichtsgefängnis, enthüllt.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(am Gebäude II des Ernst-Abbe-Gymnasiums)
Im Gedenken an die Opfer / von Gewalt und Unrecht / 1945–1989 / In Erinnerung an / 33 Eisenacher Jugendliche / im Alter von 13–21 Jahren / 1945 verhaftet, 1946 verurteilt / und 9 von ihnen hingerichtet / Ihr seid unvergessen
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

11. Mai 1998 - Einweihung
Einweihung der Gedenktafel für 33 Jugendliche

Literatur

  • Auf einen Blick. Leitfaden zur Geschichtsaufarbeitung nach 1945 in Thüringen, hrsg. von der Thüringischen Staatskanzlei und der Geschichtswerkstatt Jena, Weimar 2000
  • Todesurteile gegen Kinder. Erinnerungen an 33 Eisenacher Jugendliche, die 1945 verhaftet wurden, hrsg. vom LStU Thüringen, Erfurt 1998

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016