Küllstedt, Deutschland
Gedenkstein zur Erinnerung an sieben Einwohner aus Küllstedt
Am 1. August 1945 starben sieben Einwohner aus Kühlstedt bei Mühlhausen. Sie wurden vor den Augen ihrer Familienangehörigen und Nachbarn von einem sowjetischen Einsatzkommando standrechtlich erschossen. Die Leichen der Opfer nahm das sowjetische Militärkommando mit und verscharrte sie an einem zunächst unbekannten Ort. Gründe für die Erschießung wurden auch später von den sowjetischen Besatzungsbehörden nicht genannt. Die Ermordung stand im Zusammenhang mit dem Terror der sowjetischen Geheimpolizei im nahe gelegenen Mühlhausen. Dort kam es besonders in den ersten Monaten nach Einzug der Roten Armee zur willkürlichen Tötung von Zivilisten in Wohnungen, auf offener Straße oder in den Dörfern der nahen und weiteren Umgebung der Stadt. Die Leichen der zum Tode verurteilten, standrechtlich bzw. willkürlich Erschossenen oder durch Folter umgebrachten Gefangenen wurden zumeist im Stadtwaldgebiet von Mühlhausen verscharrt. Dorthin brachte man auch die sieben Leichen aus Küllstedt. Im April 1953 entdeckte ein Revierförster das verborgene Massengrab. Nach Verständigung der Kriminalpolizei schalteten sich sogleich die sowjetischen Militärbehörden ein, die eine Untersuchung der Herkunft und Identität der Leichen verboten und den Zeugen striktes Stillschweigen auferlegten. Der Revierförster kennzeichnete die Fundstelle jedoch für die Nachwelt.
Erst nach der Friedlichen Revolution 1989 wurde der Exhumierung und Identifizierung der Leichen stattgegeben. 1990 wurden sie in einer Feierstunde auf dem Küllstedter Friedhof beigesetzt. Ein Gedenkstein erinnert an die Erschießungen von 1945.
Inschriften
Inschrift auf dem Gedenkstein
(Küllstedter Friedhof)
In ehrendem Gedenken / der Opfer / des 1. August 1945 // Georg Diegmann 1889 / Josef Diegmann 1894 / Martin Montag 1909 /Paul Lerch 1911 / August Mathias 1913 / Albin Dunkel 1921 / Otto Diegmann 1921 / und aller in der Folge / der Verurteilung / Verstorbenen
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
1990 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins zur Erinnerung an sieben Einwohner aus Küllstedt
Literatur
- Auf einen Blick. Leitfaden zur Geschichtsaufarbeitung nach 1945 in Thüringen, hrsg. von der Thüringischen Staatskanzlei und der Geschichtswerkstatt Jena, Weimar 2000
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Unbekannt
- Standort: Küllstedter Friedhof
- Stadt: Küllstedt
- Gebiet: Thüringen
- Land: Deutschland

