Grasleben-Weferlingen, Deutschland
Gedenkstein und Mahnkreuz zur Grenzöffnung
Die Grenzöffnung zwischen dem sachsen-anhaltinischen Weferlingen und dem niedersächsischen Dorf Grasleben kam mit Verspätung. Nachdem in Berlin die Mauer bereits gefallen war, blieben die Sperranlagen bei Weferlingen noch eine Weile bestehen. Die zwei Kilometer Luftlinie nach Grasleben war in dieser Zeit nicht zu überwinden, stattdessen musste ein Umweg über den Grenzübergang Marienborn genommen werden. Pfarrer Klaus Ingelmann mobilisierte Bürger, die mit ihm unter Kerzenschein vor dem Metallgitterzaun die Öffnung des Tores forderten. Am Samstag, den 18. November 1989, wurde das Tor schließlich geöffnet. An diesem Tag stellten die Weferlinger ein großes Balkenkreuz am neuen Grenzübergang auf. Es trägt als Inschrift die beiden Jahreszahlen 1961 und 1989, mit denen an das Leid und die Opfer der Grenze erinnert wird. Auf dem ehemaligen Grenzstreifen steht heut ein Gedenkstein, der 1990 von den Bürgermeistern Weferlingens und Graslebens enthüllt wurde. Er trägt eine Inschrift.
Inschriften
Inschrift auf dem Querbalken des Gedenkkreuzes
(auf dem ehemaligen Grenzstreifen)
1961 1989
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift auf dem Gedenkstein
(auf dem ehemaligen Grenzstreifen)
An dieser Stelle / war Deutschland / 40 Jahre geteilt, / bedingt durch ein / diktatorisches / System. / Die Gemeinden / Weferlingen und / Grasleben. / Oktober 1990
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Literatur
- Borchert, Hans-J.: Die Wende im Grenzkreis Haldensleben, Haldensleben 1990
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: An der Straße Grasleben und Weferlingen
- Stadt: Grasleben-Weferlingen
- Gebiet: Sachsen-Anhalt
- Land: Deutschland

