Lanz, Deutschland
Gedenkstein für Grenzopfer
Die innerdeutsche Grenze war 1 381 Kilometer lang. Über 94 Kilometer bildete die Elbe eine natürliche Grenze zwischen beiden Teilen Deutschlands, so auch zwischen Lauenburg (West) und Lütkenwisch (Ost). Beim Versuch über die Elbe zu flüchten, verloren zwischen 1961 und 1989 Dutzende DDR-Bürger ihr Leben. Allein im Kreis Lüchow / Dannenberg sind 26 Frauen und Männer bekannt, die bei der Flucht gestorben sind. So wurde 1974 Hans-Georg Lemme in der Elbe von DDR-Grenzposten mit Booten überfahren und von den Schiffsschrauben tödlich verletzt.
Auf Initiative des Pfarrers Winter setzte die 30 Einwohner zählende Gemeinde Lütkenwisch diesen Opfern ein Denkmal, das aus privaten Spenden finanziert wurde. Auf einen Feldstein mit einer Inschriftentafel wurde eine Schiffsschraube montiert. Der Stein wurde 25 Jahre nach dem Tod Lemmes in der Nähe seines Todesorts errichtet und soll an alle Fluchtopfer an der Elbe erinnern. Er steht in Ortshöhe direkt auf dem Elbdeich und trägt eine Inschrift.
Inschriften
Inschrift des Gedenksteins
(am Elbdeich, in der Nähe des Todesorts von Hans-Georg Lemme)
Den Grenzopfern / der Elbe / 1961–1989
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Literatur
- Ritter, Jürgen/Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk, Berlin 1997
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: am Elbdeich
- Stadt: Lanz
- Ortsteil: Lütkenwisch
- Gebiet: Brandenburg
- Land: Deutschland

