Waldheim, Deutschland

Gedenkstein für die unschuldigen Opfer des Zuchthauses Waldheim

 
In den ersten Monaten nach der Übergabe der Gefangenen aus den sowjetischen Speziallagern an die DDR-Justiz im Jahr 1950 starben im Zuchthaus Waldheim eine Vielzahl von Häftlingen aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes und der katastrophalen Haftbedingungen. 120 von ihnen wurden auf dem Beamtenfriedhof der Strafanstalt in einem Reihengrab ohne Sarg bestattet, denn ein Sarg stand lediglich für die Überführung vom Zuchthaus zum Friedhof zur Verfügung. Ab Juni 1950 wurden die meisten Toten im Krematorium Döbeln verbrannt. Der ehemalige Beamtenfriedhof der Strafvollzugsanstalt Waldheim verfiel und hielt in den letzten Jahren der DDR als Müllkippe herhalten musste. Dem Einsatz des Waldheim-Kameradschaftskreises und der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS), Bezirksgruppe Döbeln, ist es zu verdanken, dass auf dem Gelände mit Unterstützung der Stadtverwaltung Waldheim ein Ort des Gedenkens entstehen konnte. Der dort am 3. Oktober 1993 vom Waldheim-Kameradschaftskreis errichtete Gedenkstein trägt eine Inschrift.

Inschriften

Inschrift des Gedenksteins
(am Beamtenfriedhof)
Den / unschuldigen Opfern / der / stalinistisch- / kommunistischen / Gewaltherrschaft / im / Zuchthaus Waldheim 1950 – 1954
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

3. Oktober 1993 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins für die unschuldigen Opfer des Zuchthauses Waldheim

Literatur

  • Werkentin, Falco: Politische Strafjustiz in der Ära Ulbricht, Berlin 1995
  • Prieß, Benno: Unschuldig in den Todeslagern des NKWD 1946–1954, Calw 1995

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016