Warschau, Polen
Gedenkstein für die Opfer von Katyń
Der Gedenkstein für die polnischen Offiziere, die in der Sowjetunion ermordet wurden, entstand 1998 auf Initiative von Oberst Ryszard Kukliński. Dieser hatte als hoher Offizier der Polnischen Armee seit den 1970er Jahren geheime militärische Informationen der Warschauer-Pakt-Staaten an die CIA weitergegeben und war 1981 aus Polen in die USA geflohen. Gemeinsam mit anderen Exilpolen aus Chicago sammelte er in den Vereinigten Staaten Spenden für die Errichtung des Gedenksteins, der in Zusammenarbeit mit dem von den Brüdern Melak geleiteten Katyń-Komitee realisiert wurde.
Das Denkmal wurde von Andrzej Renes entworfen und besteht aus einem sieben Tonnen schweren Findling sowie einer an diesem befestigten Metalltafel. Im oberen Teil der Tafel befindet sich ein sechseckiges Fenster mit einem Gitter in Form des Schriftzugs »KATYŃ«, das den Blick auf den Stein sowie auf ein bronzenes Relief des polnischen Adlers freigibt. Der Wappenvogel der Polnischen Armee, der durch dieses Arrangement eingesperrt erscheint, zeigt überdies mehrfache Einschusslöcher. An der Einweihung des Gedenksteins am 6. Mai 1998 nahmen unter anderem Bischof Zbigniew Kraszewski sowie der Hauptstifter Kukliński teil. Anstelle der Repräsentationskompanie der Polnischen Armee marschierte ein Orchester der zentralen Feuerwehrhochschule auf. Weil das durch den Gedenkstein belegte Grundstück anderweitig genutzt werden soll, wurde dieser im Frühjahr 2012 auf die gegenüberliegende Straßenseite versetzt. Unter den Rednern der Einweihungszeremonie am neuen Standort am 13. April 2012 war auch die Warschauer Stadtpräsidentin Hanna Gronkiewicz-Waltz.
Inschriften
Inschrift des Gedenksteins
(Auf der am Findling befestigten Metalltafel)
Pamięci Oficerów / Wojska Polskiego /
zamordowanych / przez komunistyczny /
totalitaryzm sowiecki / na całym obszarze /
Imperium Zła / po 17 września 1939 roku /
Komitet Katyński / płk Ryszard Kukliński /
Polonia z Chicago / Warszawa maj 1998 /
Kamień z pól ojców naszych
Deutsche Übersetzung:
Zum Gedenken an die Offiziere der Polnischen Armee, die durch den kommunistischen Sowjettotalitarismus auf dem gesamten Territorium des Imperiums des Bösen nach dem 17. September 1939 ermordet wurden. Das Katyń-Komitee, Oberst Ryszard Kukliński, die in Chicago lebenden Polen. Warschau, im Mai 1998. Ein Stein vom Feld unserer Väter
Zum Gedenken an die Offiziere der Polnischen Armee, die durch den kommunistischen Sowjettotalitarismus auf dem gesamten Territorium des Imperiums des Bösen nach dem 17. September 1939 ermordet wurden. Das Katyń-Komitee, Oberst Ryszard Kukliński, die in Chicago lebenden Polen. Warschau, im Mai 1998. Ein Stein vom Feld unserer Väter
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
13. April 2012 - Wiedereröffnung
Einweihungszeremonie am neuen Standort
6. Mai 1998 - Einweihung
Feierliche Einweihung des Gedenksteins
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Ul. Senatorska / ul. Podwale am Schlossplatz (bis 2012), seit 2012 auf der gegenüberliegenden Straßenseite der ul. Podwale nahe dem Schlossplatz, Warschau
- Stadt: Warschau
- Gebiet: Woiwodschaft Masowien
- Land: Polen


