Zeitz, Deutschland
Gedenkstein für die Opfer nationalsozialistischer und stalinistischer Gewalt
Das städtische Untersuchungsgefängnis in Zeitz wurde 1812 errichtet. Während der NS-Zeit sowie nach 1945 unter sowjetischer Besatzung war das Gefängnis eine Zwischenstation, von der aus politische Häftlinge in Konzentrations- und Arbeitslager verbracht wurden. Nach Umbauten diente das Gebäude ab 1964 fast 30 Jahre lang als Internat für Schülerinnen und Schüler. Im Jahr 2003 wurde es schließlich abgerissen. Am 4. Mai 2009 weihte der Oberbürgermeister Volkmar Kunze am ehemaligen Stadtgefängnis im Garten der Orangerie eine Gedenkplatte ein. Der Bildhauer Christian Späte hatte die liegende Platte aus rotem Marmor angefertigt. Sie weist in der Mitte eine Öffnung auf, die sinnbildlich den Blick in die Tiefe auf das Fundament des ehemaligen Gefängnisses freigibt. An diesem Ort wird insbesondere der Menschen gedacht, die nationalsozialistischer oder stalinistischer Gewalt ausgesetzt waren und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Das Engagement für die Einweihung der Gedenkplatte ging vor allem von Dr. Oskar Schmidt und seiner Ehefrau aus Schifferstadt aus.
Inschriften
Inschrift der Gedenktafel
(Am Fundament des ehemaligen Gefängnisses im Garten der Orangerie)
An dieser Stelle befand sich / das Zeitzer Gefängnis. Von hier aus wurden / zahlreiche Bürger aus politischen / Gründen in Konzentrationslager verschleppt. / Wir gedenken der / Opfer / nationalsozialistischer / und stalinistischer / Gewalt
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
4. Mai 2009 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins durch den Oberbürgermeister Volkmar Kunze am ehemaligen Stadtgefängnis
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Schlossstraße 12
- Stadt: Zeitz
- Gebiet: Sachsen-Anhalt
- Land: Deutschland
