Korberoth, Deutschland

Gedenkstein für das geschleifte Dorf Korberoth

 
Im Jahre 1334 wurde der Ort Korberoth erstmals urkundlich als „Curbenrode“ erwähnt. In den 1920er Jahren wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Korberoth zu Effelder eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Korberoth im innerdeutschen Grenzgebiet. Als die DDR 1952 ihre Grenzmaßnahmen verschärfte, wurde Korberoth zum Sperrgebiet, das nur noch mit Sondergenehmigung betreten werden durfte. Ab 1972 wurde das Grenzregime hier noch einmal verschärft und Zwangsaussiedlungen durchgeführt. Auf die noch verbliebenen Korberother wurde zunehmend Druck ausgeübt, ihr Dorf zu verlassen. Im Jahr 1984 hatte Korberoth schließlich keine Einwohner mehr und es wurde dem Erdboden gleichgemacht. Bereits bei der Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 errichtete ein ehemaliger Bewohner des Dorfes ein Holzkreuz. Am 1. September 1991 wurde ein Gedenkstein feierlich eingeweiht.

Inschriften

Inschrift des Gedenksteins
(an der ehemaligen innerdeutschen Grenze)
Zur Erinnerung / Korberoth / Durch die stalinistischen / Machthaber / im Jahre 1984 / abgerissen
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

1. September 1991 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins für das geschleifte Dorf Korberoth
1984 - Historie
Das Dorf Korberoth wird geschleift
1972 - Historie
Verschärfung des Grenzregimes und Zwangsaussiedlungen
1952 - Historie
Mit Verschärfung der Grenzmaßnahmen wird Korberoth zum Sperrgebiet

Literatur

  • Schätzlein, Gerhard/Albert, Reinhold: Grenzerfahrungen Suhl – Bayern/Hessen 1972–1988, Hildburghausen 2004

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016