Gera, Deutschland

Gedenkstein „Deutschland einig Vaterland“

 
Die evangelisch-lutherische St. Johanniskirche mit ihrem 70 Meter hohen Turm ist die größte Kirche der Hochschulstadt im Norden des Vogtlands. Nachdem der Vorgängerbau der um 1200 erstmals erwähnten Kirche über Jahrhunderte durch Krieg und Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden war, wurden die Überreste des Gotteshauses 1824 abgetragen. Der neugotische Backsteinbau der „neuen Johanniskirche“ – nun nicht mehr Johannes dem Täufer, sondern dem Evangelisten Johannes gewidmet – wurde mit Spenden der Bevölkerung finanziert und 1885 auf dem damaligen Adelheidplatz eingeweiht. Während der DDR-Zeit fand 1950 eine Zusammenlegung des Adelheidplatzes mit der Adelheid- und der Luisenstraße sowie eine Umbenennung des Areals in Clara-Zetkin-Straße statt. Im Revolutions- und Umbruchsjahr 1989 war die Hauptkirche der Stadt ein zentraler Versammlungsort für die Friedensgebete und die daran anknüpfenden Donnerstagsdemonstrationen der Geraer Friedensbewegung. Die am 26. Oktober 1989 an diesem Ort organisierten Proteste gegen das SED-Regime setzten sich bis ins Jahr 1990 jeden Donnerstag fort. Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde auf dem Vorplatz der St. Johanniskirche am 3. Oktober 1990 ein Gedenkstein zur Erinnerung an die deutsche Einheit errichtet. Das Denkmal trägt einen Schriftzug und zeigt das Stadtwappen Geras. In der Nähe wurde außerdem eine Linde als „Baum der Einheit“ gepflanzt.

Inschriften

Inschrift des Gedenksteins
(auf der Frontseite)
Deutschland / einig / Vaterland / 3. Oktober 1990
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

3. Oktober 1990 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins „Deutschland einig Vaterland“