Ilsede, Deutschland

Gedenkstein deutsche Einheit und Friedenseiche

 
Bereits im März 1988 bekundete der Ilseder Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss die Absicht, eine Partnerschaft mit einer Gemeinde in der DDR anzustreben. Während das Vorhaben zu dieser Zeit auf kommunaler Ebene noch nicht durchsetzbar war, konnten infolge der Friedlichen Revolution und des Falls der Berliner Mauer Ende 1989 zunächst erste Kontakte mit der kleinen Gemeinde Wüstermarke im damaligen Landkreis Schweinitz geknüpft werden. Diese wurden kurze Zeit später um Verbindungen zur Kreisstadt Luckau erweitert. Nach den ersten freien Kommunalwahlen in der DDR am 6. Mai 1990 und dem Amtsantritt von Harry Müller als neuem Luckauer Bürgermeister verstetigten sich die Beziehungen zwischen den Verwaltungen der beiden Gemeinden. Mit der Herstellung der deutschen Einheit und der Neugründung des Landes Brandenburg besiegelte schließlich der Ilseder Gemeinderat in einer Sondersitzung anlässlich des Europatages am 10. Mai 1991 in der Aula des Schulzentrums Groß Ilsede per einstimmigem Beschluss die Partnerschaft mit Luckau. Zwei Monate zuvor hatte der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Ilsede am 23. April 1991 festgelegt, anlässlich des ersten Jahrestages der Wiedervereinigung einen Findling im Rathauspark zum Denkmal für die deutsche Einheit zu widmen. Der mannshohe Stein war bereits 1989 von den Norddeutschen Mischwerken der Gemeinde überlassen und auf der Rasenfläche rechts der Rathauszufahrt aufgestellt worden. Hierfür fertigte der Steinmetzbetrieb Schmidtmeyer & Weiß im Auftrag des Gemeinderatsamtes eine aus bronzenen Einzelbuchstaben bestehende Inschrift an. Im Rahmen einer Feierstunde am 3. Oktober 1991 wurde der Gedenkstein in Anwesenheit von Ilsedes Bürgermeister und Landrat Otto Heinz Ohlendorf, Gemeindedirektor Wilfried Thöne zusammen mit dem Oberkreisdirektor des Landkreises Peine Peter Schroer sowie Luckaus stellvertretendem Bürgermeister Gerhard Nowatcyk und des Baudezernenten des Landkreises Burg Bernd Girke enthüllt. Musikalisch begleitet wurde der Festakt vom Blasorchester „Theos Musikanten“ aus dem Ilseder Ortsteil Solschen. Im Ilseder Ortsteil Oberg erinnert darüber hinaus seit dem 3. Oktober 1990 ein wachsendes Baumdenkmal – eine vom damaligen Ortsteilrat und dem Kirchenvorstand am Vorplatz der Johannes-der-Täufer-Kirche gepflanzte Friedenseiche mit schlichtem Gedenkstein – an das historische Ereignis der deutschen Einheit.

Inschriften

Inschrift des Gedenksteins am Rathaus
(an der Rathauszufahrt)
Deutsche / Einheit / 3. Oktober 1990
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift des Gedenksteins an der Kirche
(am Vorplatz der Johannes der-Täufer-Kirche zu Oberg)
Friedens / Eiche / 3. 10. 1990
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

3. Oktober 1991 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins am Rathaus
3. Oktober 1990 - Einweihung
Einweihung des Gedenksteins an der Kirche
 
  • Kategorie: Gedenkort
  • Historisch: Nein
  • Standort: an der Rathauszufahrt
  • Stadt: Ilsede
  • Gebiet: Niedersachsen
  • Land: Deutschland