Huta Szklana, Polen
Gedenkkreuze für die Opfer von Katyń
In der Nähe des Heiligkreuz-Klosters auf dem 594 Meter hohen Łysa Góra (deutsch: Kahler Berg) im Nationalpark Heiligkreuz wurden 1999 drei Gedenkkreuze errichtet, die an die Opfer des Verbrechens von Katyń erinnern. Das Kloster ist einer der bekanntesten Wallfahrtsorte in Polen, birgt es doch ein als Reliquie verehrtes Holzstück, das aus dem heiligen Kreuz stammen soll, an dem Jesus starb. Aus dem räumlichen Bezug zu diesem traditionellen Zentrum der polnisch-katholischen Frömmigkeit schöpft auch das Denkmal für die Opfer von Katyń seine symbolische Bedeutung.
Die Katyń-Gedenkkreuze gehen auf den Aufruf eines Überlebenden des NKWD-Lagers Koselsk und Kaplans der »Katyń- Familien«, Zdzisław Peszkowski, vom Frühjahr 1998 zurück. Sie wurden von Peszkowski am 13. April 1999 in Anwesenheit von Angehörigen der Opfer und regionaler Prominenz enthüllt und vom zuständigen Kielcer Bischof, Kazimierz Ryczan, geweiht. Der Entwurf des Denkmals stammt von E. Bertold-Majewska, K. Podkówka, T. Podkówka und S. Staniszewski aus Opole. Es handelt sich um drei zehn Meter hohe Stahlkreuze, die auf einem runden, gemauerten Sockel stehen und auf ihrem Querbalken jeweils den Namen eines der drei Gräberstätten Katyń, Mednoje und Charkiw tragen. In der Mitte des an einen Grabhügel erinnernden Sockels befindet sich eine Feuerschale. An seiner Seite sind sechs Metalltafeln befestigt. Die zentral angebrachte Tafel trägt eine Abbildung der »Mutter Gottes von Katyń«, einer Marienikone mit einem Erschossenen im Arm, während auf den verbleibenden fünf Tafeln die Widmung des Denkmals auf Polnisch und in vier weiteren Sprachen (russisch, deutsch, englisch und französisch) zu lesen ist.
Inschriften
Inschrift der Tafeln
(an der Seite der Feuerschale)
Pamięci / Polaków z obozów /
Kozielsk, Ostaszków, Starobielsk /
zamordowanych z rozkazu / Stalina /
w roku 1940 /w Katyniu,
Twerze, Charkowie / i innych miejscach
Golgoty / Wschodu / Wieczne odpoczywanie
/ racz im dać Panie
Deutsche Übersetzung:
Zum Gedenken an die Polen aus den Lagern Koselsk, Ostaschkow, Starobilsk, die im Jahr 1940 auf Befehl Stalins in Katyń, Twer, Charkiw und an anderen Orten des Golgathas des Ostens ermordet wurden. Der Herr gebe ihnen ewige Ruhe
Zum Gedenken an die Polen aus den Lagern Koselsk, Ostaschkow, Starobilsk, die im Jahr 1940 auf Befehl Stalins in Katyń, Twer, Charkiw und an anderen Orten des Golgathas des Ostens ermordet wurden. Der Herr gebe ihnen ewige Ruhe
Sprache: Polnisch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
13. April 1999 - Einweihung
Enthüllung der Gedenkkreuze für die Opfer von Katyń
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyn, Leipzig 2013
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Gegenüber dem Hotel »Jodłowy Dwór« in Huta Szklana am Fuße des Łysa Góra, Nationalpark Heiligkreuz (Świętokrzyski Park Narodowy)
- Stadt: Huta Szklana
- Land: Polen
