Berlin, Deutschland

Gedenkkreuz für Horst Frank

 
Am Abend des 28. April 1962 versuchte der 19-jährige Gärtner Horst Frank zusammen mit einem Freund, dem 17-jährigen Maurer Detlef W., die Flucht von Ost- nach West-Berlin. Von einer Laubenkolonie in Schönholz aus überwanden sie das erste Sperrelement und krochen zur Stacheldrahtsperre. Beim anschließenden Versuch, den Stacheldraht zu überwinden, wurde Horst Frank von Grenzsoldaten entdeckt und angeschossen, während seinem Freund unverletzt die Flucht in den Westen gelang. Horst Frank wurde von Grenzsoldaten schwerverletzt geborgen und in ein Volkspolizei-Krankenhaus gebracht. Dort starb er wenige Stunden später nach einer Notoperation. Die drei Grenzsoldaten, die Horst Frank angeschossen hatten, wurden ausgezeichnet. Auf Initiative der CDU-Ortsgruppe Reinickendorf wurde in dem Bereich, in dem Frank angeschossen wurde, am 37. Jahrestag des Mauerbaus ein Gedenkkreuz mit einer Tafel zur Erinnerung an den gescheiterten Fluchtversuch eingeweiht.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(an der Ziegelmauer hinter dem Gedenkkreuz)
Horst Frank / (* 7. Mai 1942 in Lommatzsch; † 29. April 1962 in Berlin) / Horst Frank war eines der vielen Todesopfer an der Berliner / Mauer. Er wurde während der Flucht – wenige Schritte von hier / entfernt – in Berlin-Wilhelmsruh von Angehörigen der / Grenztruppen der DDR erschossen. / Am 29. April 1962 versuchte er gegen 0:30 Uhr, die / Sektorengrenze in der Nähe der Kleingartenkolonie Schönholz zu / überqueren. Er verfing sich in einer Stacheldrahtrolle zwischen / den beiden Grenzzäunen und wurde von mehreren gezielten / Schüssen der Grenzsoldaten getroffen und starb im Krankenhaus. / Nach der Wiedervereinigung wurden die drei Schützen ermittelt / und wegen gemeinsamen Totschlags verurteilt.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Plakette auf dem Gedenkkreuz
(an der Klemkestraße, in dem Berich, in dem Horst Frank angeschossen wurde)
Zur Erinnerung an / Horst Frank / aus Berlin-Pankow / der im Alter von 20 Jahren / am 29. April 1962 bei einem Versuch / hier an den ,Sieben Brücken‘ / in die Freiheit zu gelangen / von der Grenzpolizei der sog. DDR / erschossen worden ist. / 13. August 1998 CDU Reinickendorf
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Ereignisse

13. August 1998 - Einweihung
Einweihung des Gedenkkreuzes für Horst Frank
29. April 1962 - Historie
Horst Frank wird beim Fluchtversuch über die innerdeutsche Grenze erschossen

Literatur

  • Sauer, Heiner/Plumeyer, Hans-Otto: Der Salzgitter Report. Die Zentrale Erfassungsstelle berichtet über Verbrechen im SED-Staat. Esslingen 1991
  • Filmer, Werner/Schwan, Heribert: Opfer der Mauer. Die geheimen Protokolle des Todes, München 1991

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
 
  • Kategorie: Gedenkort
  • Historisch: Ja
  • Standort: Klemkestraße
  • Stadt: Berlin
  • Ortsteil: Reinickendorf
  • Gebiet: Berlin
  • Land: Deutschland