Berlin, Deutschland

Gedenkkreuz für Dieter Wohlfahrt

 
Bis zum 13. August 1961 bot die offene Grenze nach West-Berlin für alle, die die DDR verlassen wollten, eine gute Fluchtmöglichkeit. Mit dem Schließen dieser Grenze und dem weiteren Ausbau der Sperranlagen wurden Fluchten aus der DDR fast unmöglich. Hunderte Menschen verloren dabei ihr Leben. Von West-Berlin aus versuchten zumeist junge Leute, Familienangehörige oder Freunde, die im Ostteil der Stadt bzw. der DDR festsaßen, mit wagemutigen Fluchthilfeaktionen das Entkommen in den Westen zu ermöglichen. Einer von ihnen war der 1941 geborene Österreicher Dieter Wohlfahrt. Bei einem verabredeten, aber verratenen Fluchtversuch zerschnitt Wohlfahrt am 9. Dezember 1961 den Stacheldraht südlich der Heer- in Höhe der Bergstraße, um der Mutter eines Kommilitonen über die Grenze zu helfen. Dabei wurde er von den tödlichen Schüssen eines DDR-Grenzpostens getroffen. Ein Holzkreuz mit einem Foto erinnert an Dieter Wohlfahrt. Am Fuß des Gedenkkreuzes ist eine Metalltafel mit einer Inschrift angebracht.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(am Fuße des Gedenkkreuzes)
Dieter Wohlfahrt / *27.5.1941 / am 9.12.1961 / als Fluchthelfer / ermordet
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Literatur

  • Filmer, Werner/Schwan, Heribert: Opfer der Mauer. Die geheimen Protokolle des Todes, München 1991
  • Hübner, Holger: Das Gedächtnis der Stadt. Gedenktafeln in Berlin, Berlin 1997

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016