Eichigt, Deutschland

Gedenkanlage Hammerleithen

 
Der frühere Ortsteil von Tiefenbrunn, Hammerleithen, befindet sich im Dreiländereck zwischen Sachsen, Bayern und der Tschechischen Republik. Bis 1989 gab es an dieser Stelle gleich zwei Auslandsgrenzen, von denen die zur Bundesrepublik Deutschland am besten gesichert war. Mit Elektrozäunen, Hunden und Selbstschussanlagen sollten die DDR-Bürger daran gehindert werden, ihr Land in Richtung Bundesrepublik zu verlassen. Als 1952 die Grenzsicherungsmaßnahmen verschärtft wurden, befand sich das Gebiet in dem 500 Meter breiten „Schutzstreifen“, der eingerichtet wurde, damit die DDR-Grenztruppen ein freies Schuss- und Sichtfeld hatten. Mehrere Siedlungen in Hammerleithen mussten dem „Schzustreifen“ weichen; ihre Bewoner – 52 Familien – wurden zwangsumgesiedelt. Im September 1974 verließen die letzten Familien das Gebiet und ihre Häuser wurden am 11. November 1974 im Rahmen einer Zivilverteidigungsübung niedergebrannt und abgerissen. Auf Initiative von Eberhard Wunderlich, der ebenso die finanziellen Mittel bereit stellte, wurde 2002 im früheren Ortsteil Hammerleithen eine Gedenkanlage eingerichtet. Auf drei Gedenktafeln sind Informationen zur Aussiedlungsaktion, die Namen der Vertriebenen und die Standorte ihrer Häuser und Wege, die es nicht mehr gibt, zu lesen.

Ereignisse

2002 - Errichtung
Errichtung einer Gedenkanlage zur Erinnerung an die Zwangsaussiedlungen
11. November 1974 - Historie
Mehrere Sidlungen in Hammerleiten werden geschleift, nachdem die Bewohner zuvor zwangsausgesiedelt wurden

Literatur

  • Wunderlich, Eberhard: Die Bewohner hatten keine Wahl, in: Freie Presse, 4./5.5.2002

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016