Glienicke/Nordbahn, Deutschland
Erinnerungsstele „Aagaard-Tunnel“
Als die Familie Aagaard 1961 aus dem Urlaub kam, war direkt hinter ihrem Garten bereits die Mauer errichtet worden. Sie waren nun Bewohner des Grenzgebietes zu West-Berlin und standen unter besonderer Beobachtung der Sicherheitskräfte der DDR. Weil sie sich von einer Zwangsumsiedlung bedroht sahen, beschlossen sie, unter der Straße einen Tunnel ins westliche Hermsdorf zu graben. Im Oktober 1962 begannen die Aagaarder zusammen mit zwei weiteren Familien mit den Grabungen. Der ausgehobene Sand wurde im ganzen Haus in Schubladen, Schränken, eingezogenen Zwischenwänden versteckt. Trotz Kontrollbesuchen der Staatssicherheit und der Grenzpolizei blieb der Tunnel unentdeckt. Unter strenger Geheimhaltung arbeiteten sie fünf Monate bis am 8. März nach 50 Metern der Durchbruch zur Veltheimstraße gelang. 13 Menschen konnten schließlich in der Nacht zum 10. März 1963 unbemerkt durch den „Aagaard Tunnel“ in den Westen flüchten.
Am 9. November 2011 wurde in Abstimmung mit der Gemeinde Glienicke von der Grün Berlin GmbH vor dem Haus der Familie Aagaard in der Ottostraße eine Informationsstele aufgestellt. Sie dokumentiert die Tunnelflucht der Menschen im März 1963. Zur Finanzierung nutzte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Projektmittel des Berliner Mauerwegs.
Ereignisse
9. November 2011 - Errichtung
Errichtung der Erinnerungsstele „Aagaard-Tunnel“
10. März 1963 - Historie
Flucht von zehn Menschen durch den „Aagaard-Tunnel“
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Ottostraße 6
- Stadt: Glienicke/Nordbahn
- Gebiet: Brandenburg
- Land: Deutschland
