Leipzig, Deutschland
Einheitsdenkmal „Demokratieglocke“
Die Stadt Leipzig gilt als die Stadt der Friedlichen Revolution Am 9. Oktober 1989 stellten sich trotz Schießbefehls mehr als 70.000 Menschen aus allen Teilen der DDR mit den Rufen „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt“ dem SED-Regime friedlich entgegen. Mit ihrem gewaltfreien Protestzug um den Ring gaben sie den entscheidenden Impuls zur Friedlichen Revolution. Die Wiedervereinigung Deutschlands und die europäische Einheit standen am Ende dieser geschichtsmächtigen Ereignisse.
2008 nahm der Präsident der Kulturstiftung Leipzig, Walter Christian Steinbach, das Angebot der ostdeutschen Gießerverbände an, der Stadt Leipzig zum 9. Oktober 2009 eine Glocke zu schenken. Die Stiftung schrieb einen Gestaltungswettbewerb aus. Die sogenannte „Demokratieglocke“ sollte symbolisch für die entscheidende Montagsdemonstration stehen, die das Ende der DDR „einläutete“. Den Siegerentwurf legte der Künstler Volker Via Lewandowsky vor: Ein etwa 1,50 Meter großes goldfarbenes Ei, enthüllt am 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution, mit eingebautem Glockenspiel, das fortan jeden Montag um 18.35 Uhr zwölf Mal schlagen sollte. Dies entspricht in etwa jenem Zeitpunkt, als die Demonstranten am 9. Oktober 1989 nach dem Friedensgebet vom Nikolaikirchhof auf den damaligen Karl-Marx-Platz strömten. An allen anderen Tagen schlägt die Glocke zwischen 8 Uhr und 20 Uhr innerhalb jeder vollen Stunde nach dem Zufallsprinzip ein bis zwölf Mal. Auf einem umlaufenden Granitring am Fuße der Glocke ist eine Inschrift, ein Haiku des Dresdner Lyrikers Durs Grünbein, zu lesen. Auf einer Bronzetafel vor dem Kunstwerk sind alle weiteren Spender genannt. Von den Leipzigern wird die Glocke auf Grund ihrer Form liebevoll „Revolutions-Ei“ genannt.
Inschriften
Inschrift des Granitrings
(Augustusplatz, am Fuße der Glocke,)
Demokratie ist - in unendlicher Nähe - längst sichtbar als Kunst
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Inschrift der Bronzetafel
(Augustusplatz, in den Gehsteig vor dem Denkmal eingelassen)
Zeitform - Glocke der Demokratie / Via Lewandowsky - Durs Grünbein // Gestiftet von den Ostdeutschen Giessern / Initiiert von der Kulturstiftung Leipzig // Mit Unterstützung von / Industrie udn Handelskammer Leipzig / Stadtwerke Leipzig GmbH / Bürgerstiftung Leipzig / MIB AG Immobilien Beteiligungen / Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH / Handwerkskammer zu Leipzig / Gesellschaft Harmonie Leipzig e.V. / Angelika Thöne-Otto udn Raimund Otto / Weidinger | Richtscheid Leipzig // 09. Oktober 2009
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
9. Oktober 2009 - Einweihung
Einweihung des Einheitsdenkmal „Demokratieglocke“
9. Oktober 1989 - Historie
Rund 70.000 Menschen versammeln sich in Leipzig, um friedlich gegen das SED-Regime zu protestieren
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Nein
- Standort: Augustusplatz (Westseite)
- Stadt: Leipzig
- Gebiet: Sachsen
- Land: Deutschland









