Dresden, Deutschland

Dresdner Revolutionsweg - Hauptstraße 21 (ehemaliges Redaktionsgebäude DIE UNION)

 
Neben Berlin, Leipzig und Plauen war Dresden im Herbst 1989 eines der Zentren der Friedlichen Revolution. Tausende Bürger bekundeten auch in der sächsischen Hauptstadt ihren Protest gegen die SED-Diktatur. Der Dresdner Revolutionsweg erinnert mit insgesamt 17 Gedenktafeln an das Engagement der Menschen für Frieden und Freiheit. Die per Stadtratsbeschluss bestimmten Stationen des Revolutionsweges führen entlang von Straßen, vorbei an Plätzen und Gebäuden der Stadt, die eine wichtige Rolle im Herbst 1989 spielten. Zu den Stätten des gesellschaftlichen Widerstands gegen die repressive Politik des SED-Regimes zählten neben den zahlreichen Kirchenkreisen und privaten Initiativen, unter anderem auch das Redaktionsbüro der ehemaligen Dresdner Tageszeitung DIE UNION, die von der Blockpartei „Christlich-Demokratische Union Deutschlands“ (Ost-CDU) herausgegeben wurde, oder das städtische Schauspielhaus. Mit der Bildung der „Gruppe der 20“ gelang es den Demonstranten auf friedlichem Verhandlungsweg, in den Dialog mit der damaligen Stadtverwaltung zu treten. Die Montagsdemonstrationen stellten einen Wendepunkt der Protestbewegung dar und bekräftigen die Debatten des „Runden Tisches“. Die großen Kirchen boten der Dresdner Bevölkerung außerdem einen geschützten Raum nicht nur für das Gebet, sondern auch zum Informationsaustausch. Die Besetzung der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit in der Bautzner Straße am 5. Dezember 1989 einigte die zahlreichen Demonstrationsbewegungen und stellte einen der Höhepunkte der Friedlichen Revolution dar. Nur zwei Wochen später am 19. Dezember 1989 – bei der Rede von Bundeskanzler Helmut Kohl an der Frauenkirche – erklang unüberhörbar der Ruf nach der deutschen Wiedervereinigung. Am 8. August 2012 enthüllte Winfried Lehmann, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Dresden, gemeinsam mit Dompfarrer Klemens Ullmann und dem Künstler Wolff-Ulrich Weder die erste Gedenktafel des Revolutionsweges am Südostportal der Katholischen Hofkirche am Dresdner Schlossplatz.

Inschriften

Inschrift der Gedenktafel
(an der Hauptstraße 21)
Dresdner / Revolutionsweg / 1989 // WIR sind das VOLK! // Am 10. Oktober 1989 erschien / in der Zeitung DIE UNION der Artikel / „Es ist möglich, miteinander zu reden“. / Dieser mutige und offene Bericht eröffnet / erstmals den Weg zur Pressefreiheit in Dresden.
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch

Publikationen der Bundesstiftung

  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
  • Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns an die Friedliche Revolution, Berlin 2024