Berlin, Deutschland
„Dieses Haus stand früher in einem anderen Land“ – Fassade als Erinnerungsort
Unter der Vielzahl privater und öffentlicher Initiativen zur Erinnerung an die Berliner Mauer und deren Überwindung ist die Brunnenstraße 10 wohl eine der auffälligsten. Der Gestalter und Besitzer der Fassade, der Designer Jean-Remy von Matt, ließ zum 20. Jahrestag der Maueröffnung in weißen Großbuchstaben zwischen den Etagen folgende Botschaft auf die dunkel getünchte Wand auftragen: „Menschlicher Wille kann alles versetzen. Dieses Haus stand früher in einem anderen Land.“ Als Type wählte der Gestalter eine Schrift von 1961, die für Überschriften und Werbezwecke in der DDR entwickelt worden war.
Das Haus ist in zweifacher Weise mit der Teilungsgeschichte der Stadt verbunden: durch einen Zugang zum U-Bahnhof Rosenthaler Platz, der früher ein Geisterbahnhof war, und auch wegen der Nähe zur ehemaligen Berliner Mauer an der Bernauer Straße.
Inschriften
Inschrift der Tafel am Haus
Ein Denkanstoß zum Mauerfall am 9. November 1989
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Aufschrift an der Häuserfassade
Menschlicher Wille kann alles versetzen //
DIESES HAUS STAND / FRÜHER IN EINEM / ANDEREN LAND
Sprache: Deutsch, Schrift: Lateinisch
Ereignisse
9. November 2009 - Einweihung
Einweihung des Schriftzuges „Dieses Haus stand früher in einem anderen Land“ an der Hausfassade
13. August 1961 - Historie
Teilung der Brunnenstraße auf der Höhe Bernauer Straße durch den Bau der Berliner Mauer
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Brunnenstraße 10
- Stadt: Berlin
- Ortsteil: Mitte
- Gebiet: Berlin
- Land: Deutschland

