Celle, Deutschland
Denkmal Luftbrücke
Die am 24. Mai 1948 in den westlichen Besatzungszonen durchgeführte Währungsreform nutzte die Sowjetunion als Vorwand, um am 24. Juni 1948 über die drei von den Westalliierten kontrollierten Sektoren Berlins eine Blockade zu verhängen. Die westlichen Alliierten entschlossen sich daraufhin, eine Luftbrücke zur Versorgung West-Berlins einzurichten. Bereits am 26. Juni trafen die ersten 80 Tonnen Lebensmittel aus Frankfurt a. M. in Tempelhof-Schöneberg ein. Die Operation „Vittles“ begann. Die Briten starteten am 28. Juni erste Versorgungsflüge. Mit Transportflugzeugen, die der Volksmund „Rosinenbomber“ nannte, flogen die beiden Westalliierten Lebensmittel, Rohstoffe und Waren des täglichen Bedarfs nach West-Berlin ein. Die Amerikaner flogen ihre Einsätze zunächst nur von den Flughäfen in Wiesbaden und Frankfurt a. M. Doch mit der zunehmenden Anzahl der Maschinen wurde die Abwicklung nur von diesen Flughäfen immer schwieriger. Zudem wurde angestrebt, die nach Berlin zu fliegende Strecke, die zwischen Frankfurt a. M. nach Berlin und zurück 880 Kilometer beträgt, zu verkürzen. Deshalb wurden ab August auch Flughäfen in Faßberg und Lübeck genutzt. Später kamen Hamburg-Fuhlsbüttel, Celle und Schleswigland hinzu. Im Auftrag der Stadt Celle wurde 1988 an der Einfahrt zum Fliegerhorst Wietzenbruch in Celle ein verkleinertes Duplikat der Luftbrückendenkmale in Frankfurt a. M. und Berlin errichtet.
Die Monumente entstanden nach Plänen des Architekten Eduard Ludwig. Das damalige Ratsmitglied Karl Duffner beantragte am 1. September 1985 die Errichtung des Monuments bei der Stadtverwaltung Celle. Heute steht das 6,50 Meter hohe und 13,5 Tonnen schwere Kunstwerk auf einer öffentlich zugänglichen Grünfläche. Seine drei charakteristischen Streben, die nach Berlin ausgerichtet sind, symbolisieren die drei Luftkorridore zwischen West-Berlin und Westdeutschland, der damaligen Trizone. Am Fuß des Denkmals ist im Boden eine Gedenktafel mit dem Celler Stadtwappen und einer Inschrift installiert.
Ereignisse
1. September 1985 - Errichtung
Errichtung des Denkmal zur Erinnerung an die Luftbrücke
Literatur
- Wetzlaugk, Udo: Berliner Blockade und Luftbrücke 1948/49, Berlin 1998
- Scherff, Klaus: Luftbrücke Berlin, Stuttgart 1976
- Krönig, Peter: Schaut auf diese Stadt! Berlin und die Luftbrücke, Berlin 1998
Publikationen der Bundesstiftung
- Kaminsky, Anna (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, 3. Aufl., Berlin 2016
- Kategorie: Gedenkort
- Historisch: Ja
- Standort: Fliegerhorst Wietzenbruch, Fuhrberger Straße
- Stadt: Celle
- Gebiet: Niedersachsen
- Land: Deutschland
